Pflugscharen zu Schwertern
Und er wird richten unter den Nationen und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.
So lautet die Bibelstelle Jesaja 2,4, die in der verkürzten Form von „Schwertern zu Pflugscharen“ zum geflügelten Wort wurde. Im April 1915, also noch vor Ende des ersten Kriegsjahres, sah man sich in der Monarchie bereits gezwungen den umgekehrten Weg einzuschlagen. Für die Herstellung von Waffen und Munition wurden Haushalts- und Küchengeräte gesammelt – speziell erwünscht waren Objekte aus Messing, Bronze, Zinn, Zink, Nickel, Blei, Aluminium, Rotguss (eine Legierung aus fast allen vorher genannten Elementen: Kupfer, Zinn, Zink und Blei) und Antimon.
Besonders auffällig aus dieser Liste ist aus heutiger Sicht Antimon – wer in aller Welt hat einen „Haushaltsgegenstand“ aus Antimon? Häufig war Antimon auch damals nicht im Haushalt, aber es hatte einige Verwendungen. Eine der bekanntesten war der „Antimonbecher“. Ließ man Wein in einem solchen Trinkgefäß stehen bildete sich eine Verbindung, die starkes Erbrechen auslöste, weshalb es sich als Teil der Haushaltsapotheke finden konnte. Für die Rüstungsindustrie war das Element hingegen damals schon von großer Bedeutung, da man es Blei beimischte, um es zu härten und es als Antimonsulfid als Zünder verwendete.
(Signatur VO-1234)