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Nach Südamerika…

Nach Südamerika…

…prangt in großen weißen Lettern auf dem Plakat der Hamburg – Südamerikanischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft aus den 1920er Jahren, die damit in Innsbruck für ihre Schifffahrtsroute gen Süden warb. Das Zielpublikum dieser Werbung waren aber mit Sicherheit nicht Urlauber, sondern vielmehr mögliche Auswanderungswillige. Gerade in der wirtschaftlich schwierigen Zwischenkriegszeit waren die Länder Südamerikas ein beliebtes Ziel um dort ein neues Leben zu beginnen. Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten ihre Einwanderungsbestimmungen nach dem ersten Weltkrieg drastisch verschärft, während Staaten wie Brasilien, Argentinien oder Chile noch um neue Mitbürger warben. Gerade in dieser Zeit war Werbung für Auswanderer durchaus üblich.

Werbung in den Innsbrucker Nachrichten 1923

Über ein örtliches Reisebüro, wie in diesem Fall das von A. Gottardi in der Heiliggeiststraße 10, konnte eine Schiffspassage meist von Genua oder wie in diesem Fall von Hamburg aus gebucht werden. Oft waren in den Angeboten auch schon der Transit zum Hafen und der zum Zielort inkludiert. Neben der individuellen Ausreise gab es auch einige koordinierte „Auswanderungs-Aktionen“, die gezielt neue Orte erschaffen haben, wie zum Beispiel den „Tiroler“ Ort Dreizehnlinden in Brasilien. Mit der Erholung der wirtschaftlichen Lage in Europa wurde auch die Auswanderung nach Südamerika zum Ende der 1930er Jahre immer weniger attraktiv, vollständig zum Erliegen kann sie aber erst mit dem Beginn des 2. Weltkrieges.

 (Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Pt-4569)

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