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Medusa

Medusa

Am 11. Juni 1915 wurde in der nördlichen Adria unweit von Venedig ein Stück Marinegeschichte geschrieben – es kam dort zum ersten Gefecht zwischen zwei Unterseebooten. Das österreichisch-ungarische U-Boot U-4 entdeckte auf Tauchfahrt das italienische U-Boot Medusa, das aufgetaucht unterwegs war. U-4 feuerte einen Torpedo ab und tauchte sofort tiefer, um Angriffen der italienischen Schiffe zu entgehen, die die Medusa begleiteten.

Der Torpedo schlug an einem der Torpedorohre der Medusa ein und detonierte zwei ihrer eigenen Torpedos an Bord. Die gebündelte Explosion der drei Sprengkörper brachte das Boot sofort zum sinken – nur vier der 16 Mann starken Besatzung konnten rechtzeitig aus dem Boot entkommen. Doch diese vier waren noch nicht gerettet, denn sie klammerten sich allein auf hoher See an eine Boje, da die italienischen Schiffe in der Umgebung aufgrund der U-Bootgefahr das Weite gesucht hatten.

Die Besatzung von U-4 wartete indes getaucht mehrere Stunden ab, in der Meinung, dass die italienischen Schiffe noch nach ihnen suchten. Als sie schließlich auftauchten, entdeckten sie die vier italienischen Matrosen auf ihrer Boje. Der Kommandant gab Befehl sie aufzunehmen, doch einer der Italiener hatte ein gebrochenes Bein und ihn zu bergen erforderte nach Ermessen der Kommandanten zu viel Zeit, da er immer noch fürchtete, dass italienische Schiffe in der Nähe waren. Als der Offizier unter den Italienern darüber informiert wurde, sprang er wieder zurück ins Wasser und schrie den Österreichern zu, er werde nur zusammen mit seinem verletzten Kameraden an Bord gehen – beide wurden wieder aufgenommen und U-4 kehrte sicher in österreichische Gewässer zurück. Die italienischen Kriegsgefangenen verbrachten den Rest des Krieges in Graz.

Ein ironischer Zufall ist, dass die beiden U-Boote in derselben Werft gebaut wurden – der Germaniawerft in Kiel. Beide wurden dort einige Jahre vor Kriegsbeginn fertiggestellt und waren ähnlicher Bauart.

(Signatur 04.04.03.01_Sommer19_86)

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