Kunst am Berg – mysteriöse Heugebilde
Wir stehen vor einem Rätsel. Archivar*innen sind vielleicht nicht als die naturverbundensten Leute bekannt, schließlich verbringen wir einen Großteil unserer Zeit in Büros, Kellern und auf Dachböden. Doch selbst diejenigen unter uns, die ab und zu das Licht der Sonne sehen, konnten mit diesem Foto wenig anfangen.
Die verschneiten Berge im Hintergrund erkennen wir schon noch. Doch was sollen diese zwei riesigen Kugeln vorne im Bild sein?! Dass es sich dabei um Heu handelt, können wir uns irgendwie denken. Auch ist uns bewusst, dass für dessen Herstellung Gras getrocknet werden muss, damit es den Winter durch haltbar ist, um die Kühe zu füttern. Doch ist eine Kugel dafür wirklich die beste Form? Vor allem, wenn darauf Schnee liegt, der in der Sonne schmilzt? Das Gebilde wirkt eher wie eine abstrakte Kunstinstallation, die überdimensionierten Stecken machen es auch nicht gerade besser. Auch der malerische Standort lässt das Ganze eher wie ein Gemälde wirken als ein Foto. Beschriftungen auf der Rückseite gab es natürlich keine.
Also frage ich jetzt Sie, liebe Bergsteiger*innen, Naturliebhaber*innen, Landwirt*innen und alle, die mehr Ahnung haben als wir: Kunstinstallation oder höherer Zweck?
(Stadtarchiv/ Stadtmuseum Innsbruck, Ph-39043)
Bin ich der einzige, der bei diesem Foto an riesige fallengelassene Candy Apples denken muss?
In der Almregion kann es bekanntlich auch im August schneien – und womit füttert man dann das Vieh auf der Alm, wenn es nicht draußen weiden – ja, nicht einmal den Stall verlassen kann? Daher diese großen Heuschober.
Ja, das i s t Kunst! Alles vorherzusehen und für alle Eventualitäten gerüstet zu sein – und so haltbare wind- und wetterfeste Gebilde aufzustellen – jene, die sie geschaffen haben, verdienen unsere Hochachtung.
Und wir wünschen allen auf den Almen oben, daß die heurige Saison gut und erfolgreich für Mensch und Tier verläuft!
Bergheuschober am Kamm zwischen Schmirn- u. Valsertal mit Blick zum Talschluß vom Valsertal mit Olperer und Fußstein im Hintergrund. Die Bergheumahd im Valsertal hat soweit wir wissen Kulturgutstatus. Die oberste Schicht Heu ist Schutzschild für das untere Heu ähnlich wie bei einem Strohdach. Dieses Bergheu könnte als Reserve für das Almvieh bei Schlechtwetter dienen, offtmals wurde es im Winter mit Heuschlitten zu Tal gebracht.
Das mähen der Bergmähder schützt in 2-ter Linie auch vor Lawinen.