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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Johann Nepomuk Schedl „von Alpenburg“ (1806-1873), Schlossherr Von Büchsenhausen In Innsbruck (1833-1865)

Johann Nepomuk Schedl „von Alpenburg“ (1806-1873), Schlossherr von Büchsenhausen in Innsbruck (1833-1865)

Hierbei handelt es sich um einen Gastbeitrag von Bruno Habicher (Innsbruck), der dem Stadtarchiv dankenswerter die folgende Recherche zur Verfügung gestellt hat.

Johann Nepomuk Schedl wurde am 27.10.1806 in Grünburg im Traunviertlel (Oberösterreich) geboren und hatte zwei weitere Vornamen: Simon und Thaddäus. Er arbeitete zunächst in der elterlichen Gastwirtschaft und später als Geschäftsführer bei seinem Onkel mütterlicherseits, Leopold Mahl, einem bekannten Gastronom, der ihn 1826 adoptierte, weshalb Johann Nepomuk Schedl ab 1826 den Doppelnamen Johann Nepomuk Mahl-Schedl trug. Von 1686 bis 1833 war der Ansitz Büchsenhausen im Besitz der Ritter von Lama. Nach dem Aussterben der Familie von Lama kam der Ansitz 1833 in den Besitz von Johann Nepomuk Mahl-Schedl, der ihn teilweise im neugotischen Stil renovieren bzw. umbauen ließ. Johann Nepomuk Mahl-Schedl war vielseitig aktiv: Er war Schriftsteller, betrieb philosophische und naturwissenschaftliche Studien, war Freiheitskämpfer und Mineraloge und gründete bereits 1829 das erste Tiroler Mineralien-Comptoir. Später errichtete er eine „Kaffeeschank“ und eröffnete 1852 auf Büchsenhausen die erste Schwimm- und Badeanstalt Tirols. Dafür wurde ein im 18. Jahrhundert angelegter Karpfenteich adaptiert. Das Freibad war bis 1963 in Betrieb.

Unter Johann Nepomuk Mahl-Schedl wurde das Schloss zum wöchentlichen Treffpunkt einer Gruppe literaturbegeisterter junger Menschen, die sich Nibelungen nannten. Zwei Hochzeiten trugen zum gesellschaftlichen und finanziellen Aufstieg von Johann Nepomuk Mahl-Schedl bei. 1832 heiratete er die Tochter des Schlossherrn von Büchsenhausen, Aloisia von Lama, die jedoch nach der Geburt des ersten Kindes starb. 1841 heiratete er Emilie, die Tochter des Generals Wenzel Freiherr Eliatschek, mit der er acht (?) Kinder hatte. Wenzel Freiherr Eliatschek stammte aus Hermannstadt in Siebenbürgen (geb. ebd. am 29. April 1779, gest. am 19. Mai1871 in Innsbruck), wo er nach seiner 54-jähriger Dienstzeit unter vier österreichischen Monarchen wohnte und 1849 zum Ehrenbürger der Stadt Innsbruck erklärt worden war. Seit 1848 betätigte sich Johann Nepomuk Mahl-Schedl als Landesverteidiger, finanzierte die 1. Innsbrucker Schützenkompanie, mit der er als deren Hauptmann im Mai 1848 an die Südfront zog. Sein Einsatz führte am 1851 zu seiner Erhebung in den Ritterstand, womit er den Zusatz von Alpenburg (volkstümliche Bezeichnung des Schlosses Büchsenhausen) verwenden durfte. Als begeisterter Verehrer von Feldmarschall Radetzky begann Johann Nepomuk Mahl-Schedl im Jahr 1849 mit der Anlegung eines „Radetzky-Albums“, welches Zeichnungen, Porträts und eine wertvolle Autographensammlung enthält. 1865 verkaufte Johann Nepomuk Mahl-Schedl das Anwesen Büchsenhausen an Robert Nißl und wanderte 1868 mit der zweiten Tiroler Gruppe, der aus einige Innsbrucker angehörten, nach Pozuzo in Peru aus. Die erste Tiroler Gruppe wanderte bereits 1857 nach Peru aus. Johann Nepomuk Mahl-Schedl kehrte 1872 nach Innsbruck zurück, wo er am 1. April 1873 starb und auf dem städtischen Westfriedhof in der Familiengruft Nr. 140 beigesetzt wurde.

Titelbild: Detailaufnahme der Grabstätte am Westfriedhof (Fotos: Bruno Habicher).

Nachsatz: Unglücklicherweise hat auch das Stadtarchiv keine Abbildung von Johann Nepomuk Mahl-Schedl in seinen Beständen.

Nachsatz 2: Studierenden und Archivierenden der Region ist er besonders als Verfasser der Deutschen Alpensagen (1861) und der Mythen und Sagen Tirols (1857) bekannt.

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