skip to Main Content
#bilderschauen --- #geschichtenlesen --- #gernauchwiederimarchiv
Innsbrücken

Innsbrücken

Heute einmal ein Bild, das den Inn und drei, wenn auch nicht namensgebende Brücken, ins Zentrum rückt. Drei Brücken, drei Verkehrsmittel könnte man auch schreiben – wenngleich auf der vordersten, der Kettenbrücke, ja anders als auf den beiden folgenden allerlei verkehrte. Der Kettenbrücke (eröffnet 1843) wurde in diesem Blog ja schon ausführlich gehuldigt, etwa hier. Weniger Beachtung gefunden haben indes die beiden anderen Brücken, die Brücke für die Tram und die Eisenbahn. Während letztere seit 1857 ihren Dienst versieht und als einzige der dreien noch steht, wurde die Lokalbahnbrücke, über welche die Lokalbahn nach Hall führte bereits 1939 abgebaut und verschrottet. Bei der Planung der neuen Mühlauer Brücke 1937 hatte man zwar noch erwogen, die Brücke einer Wiederverwertung zuzuführen und sie etwa in der Höhe des Landesschießstandes wieder aufzubauen, dieser Plan wurde dann aber wieder verworfen.

Die vierte Brücke, jene der Hungerburgbahn (eröffnet 1906), fehlt auf dieser Aufnahme noch. Damit hätten wir auch einen Zeitpunkt vor dem das Bild gemacht worden sein muss. Haben Sie Vorschläge für die weitere Eingrenzung des Aufnahmezeitpunkts? Ein paar Ansätze im Bild gibt es zumindest. Was meinen Sie?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-11494)

Dieser Beitrag hat 15 Kommentare
  1. Das sieht man bereis:
    1891 Lokalbahn 4er Eröffnung
    1892 Rauchmühle
    Ich glaube auch das erkennen zu können:
    1900 elektr. Lokalbahn Rauch Mühle

    Das alles gibt’s am Bild noch nicht:
    1906 Hungerburgbahn
    1909 4er elektifiziert
    1910 Sanatorium

    Ich würde die Aufnahme daher auf 1900 bis 1906 datieren.

    1. Den alten Schießstand errichtet 1893 sieht man ebenfalls bereits.
      An der Fassade des Sanatoriums wird gearbeitet, ein kleines Gerüst ist zu erkennen. Zeitlich kann ich es jedoch leider nicht einordnen.

  2. Hinter dem Wäldchen ragt ein Gerüst empor, welches eigentlich nur für den Bau eines hohen Fabrikschlots bestimmt sein konnte. In Frage käme da nur der Schlot der Etab, die aber erst 1911 in Betrieb gegangen ist. Minus ein Jahr für die Bauzeit ergibt dann 1910 als Aufnahmejahr. Ketzerische Behauptung: Die Hungerburgbahn sieht man deshalb nicht, weil sie haarscharf aus der Bildfläche gefallen ist. Gegeben hätte sie sie schon.

    1. Ihre ketzerische Behauptung Herr Hirsch ist ja nicht unmöglich u d die Hungerburgbahn versteckt sich nur. Vielleicht hat man auch nach dem Bau der Hungerburgbahn dem Kloster Gerüst Holz gespendet das man dort sieht. Dann wäre die Aufnahme zwischen 1906 und 1909 zu datieren.

  3. Ich lasse mich gerne korrigieren, die Rauchmühle samt ihrer Werksbahn sieht man auch nicht, die Mühle links außerhalb des Bildes und die Bahn hinter dem Wäldchen.

  4. Wäre 1910 nicht zumindest die Baustelle vom Sanatorium oder ab 1909 die Oberleitung der 4er zum sehen?
    Hinter dem Wäldchen sehe ich nur die Bahnstrecke Richtung Rum schnurstracks verlaufen und kann den Schlot bzw. sein Gerüst nicht erkennen. Aber ich muss zugeben mir vielleicht nur einzubilden die Zubringer Bahn bzw. deren Trasse zur Rauchmühle zu sehen.

    1. Sie haben völlig recht, Herr Pechlaner. Ich wollte gerade ein zerknirschtes erratum schreiben, natürlich ist das die Eisenbahnstrecke, kein Gerüst. Lustigerweise begeht man (ich) diesen Irrtum, wenn man das Bild vergrößert.
      Auch von der Rauchbahn kann man doch ein kurzes Stück sehen, links oben, wo sie die Arzler Straße kreuzt, dann sieht man auch den Verlauf rechts durch die Wiese als etwas helleren Strich.
      Wenns auf gute Augen ankommt warte ich beim Kommentar in Zukunft besser erst einmal ab, ob da nicht hilfreiche Stichworte fallen.

  5. Apropos gute Augen:
    In der Klosterwiese befindet sich mitten im Gras ein seltsamer heller Bereich, der an die Buchstaben HP am Kopf stehenden erinnert.
    Ein ausgemähter Bereich? Ein Blumenbeet? Ein Kornfeld? Alles recht unpassend. Viel später am Ende der 70er Jahre erst wird an dieser Stelle ein Bauernhof stehen.

  6. Ich dachte zuerst auch, die Hungerburgbahn hat es einfach nicht mehr ins Bild geschafft, oder das Foto wurde womöglich aus der Hungerburgbahn geschossen, dann wär’s schwierig gewesen, sie gleichzeitig auf’s Bild zu bringen.

    Inzwischen glaube ich, sie hat wirklich noch nicht existiert. Aufnahmen von der alten Talstation zeigen, dass diese doch sehr nahe am südl.Widerlager der Kettenbrücke stand. Da hätte man sie auf dem Titelbild doch auch sehen müssen, denke ich – zumindest einen Teil von ihr.
    https://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/tirol/innsbruck/hungerburgbahn.html

    Wenn tatsächlich die Strommasten der Rauchmühle-Bahn vorhanden sind, was ich nicht bezweifle (höchstens bedaure, dass ich sie nicht wirklich sehen kann), ist der von Herrn Pechlaner angedachte Aufnahme-Zeitraum zwischen 1900 – 1906 sehr wahrscheinlich. https://innsbruck-erinnert.at/gleisanlage-zur-alten-rauchmuehle/

    Vom Bau des eigentlichen Sanatoriums (1908 – 1910) ist noch nichts zu sehen. Deshalb vermute ich, es wird hier entweder am Mutterhaus umgebaut oder an einer der Bildungseinrichtungen, die von den Barmherzigen Schwestern ebenfalls dort errichtet wurden (1862 erste Schule zur Ausbildung der Schwestern, 1896 Gründung der Lehrerinnenbildungsanstalt, 1905 Gründung der Bildungslehranstalt für Kindergärtnerinnen und Arbeitslehrerinnen, usw.).

    1. Es geht sich eindeutig nicht aus, ein Foto mit dieser Perspektive ohne Hungerburgbahn zu machen, Man könnte sie vielleicht vermeiden, aber dann paßt wieder die gerade Draufsicht auf die von mir zum Gerüst degradierte Eisenbahnlinie nicht mehr, die ja direkt auf den Fotografen zeigt. Und wenn man die Viaduktbögen abzählt und eine Sichtlinie mit dem Hauseck der Kreuzschwestern herstellt, geht es sich nicht mehr aus, die Trasse der Hungerburgbahn nicht aufs Bild zu bekommen, ein Anblick, der das ganze schöne Foto zerstört hätte.

      Vielleicht findet wer den exakten STandort des Fotografen heraus.

      1. Hm, Standort des Fotografen? Das wäre eigentlich das Spezialgebiet der Geodäten und Fotografen dieses Forums. Ich gehöre da eindeutig nicht dazu, versuche es dennoch.

        Zuerst hatte ich noch überlegt, ob nicht ein ganz Mutiger der „Zweifußbiber-Truppe“ (Beitrag N. Hofinger vom 5. März 2022) vom höchsten Punkt dieses tollen Gerüstes aus fotografiert haben könnte.

        Dann habe ich den bis dahin nicht wirklich registrierten unbewaldeten Abhang im linken unteren Eck gesehen. Eigentlich müsste der Fotograf doch auf so einer steilen Wiese gestanden haben, oder? Sollte diese Überlegung richtig sein, käme dafür der Hügel in Frage, der auf dem Bild mit der Talstation (1. Link meines vorhergehenden Kommentars) hinter dem großen Haus am Hohen Weg sichtbar ist. Aber ob er von dort wirklich geradewegs auf die Eisenbahnlinie gesehen hätte, dafür nicht zu wenig weit rechts und zu niedrig gestanden wäre? Dann käme als Alternative nur der nächste unbewaldete Hang in Frage, zwar etwas höher, aber schon einiges weiter westlich gelegen. https://innsbruck-erinnert.at/muehlauer-villenpanorama-i/

        Ähnliche Frage: Würde das Titelbild so aussehen wie es aussieht, wäre die Aufnahme vom hinteren Hügel aus gemacht worden? Ich gehöre da ganzeindeutigwirklichundwahrhaftig nicht dazu. 

        1. Eigentlich wollte ich besser still sein und ich will jetzt auch nit „gscheidelen“. Aber Ihr „nicht wirklich registrierter“ Abhang hat mir gezeigt, daß man auch getrost ganze Bahnlinien ignorieren kann.
          Hier eine simple Einzeichnung (nix Geodäsie) einer Geraden in Richtung Bahnlinie, dazu eine etwas ungefähre grüne Hilfslinie, die über das Dach der Kreuzschwestern zur Stelle zwischen 7. und 8. Viaduktbogen zielt.
          https://postimg.cc/kD56q8x7
          Das zusammen läßt eine Stelle am heutigen Alpenzooparkplatz vermuten. Gleichzeitig zeigt es, daß es theoretisch schon möglich gewesen wäre, die Talstation der Hungerburgbahn aus dem Bild zu drängen, niemals jedoch die Brücke.
          Der ignorierte Abhang scheint noch immer unbebaut. Als Kamerastandort scheidet er aber wegen der dann folgenden Ziellinie zum Bogen Nr. 32-33 aus.

          1. Ich hab’s schon einmal gesagt, wiederhole mich aber gerne: äußerst anschauliche Erläuterungen, vielen Dank, Herr Hirsch!

  7. Alpenzooparkplatz oder Engländergrab hatte ich auch als mögliche Aufnahmeorte am Schirm.
    Der Juden Bühel könnte somit den Vordergrund des Bildes darstellen.

  8. Vielen Dank für die vielen Kommentare, Infos und Überlegungen zum möglichen Aufnahmestandort und damit einhergehend zur Datierung. Ich war mir anfangs recht sicher, dass man die Hungerburgbahn nicht sieht, weil sie noch nicht da war. Nun bin ich zwar etwas unsicher, aber halte dennoch an meiner ursprünglichen Vermutung fest, aus zwei Gründen. Einerseits denke ich, müsste die Talstation direkt neben der Kettenbrücke zu sehen sein, wie auch Frau Stolz schreibt. Andererseits würde ich vermuten, dass der Fotograf, hätte es die Bahn schon gegeben, wohl auch noch diese Brücke im Bild unterbringen hätte wollen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Back To Top
×Close search
Suche