Innsbruck von Norden
Die Stadtansicht „Innsbruck von Norden“ wurde von Albrecht Dürer um 1495 als Aquarell gemalt, als er auf seiner Rückreise von Venedig in Innsbruck vorbeikam. Oben zu sehen ist das Ölgemälde von Eduard Tenschert (geb. 18.04.1912, gest. 19.03.2003), das er nach dessen Vorbild gemalt hat. Der Künstler wurde in Linz geboren und zog nach dem Zweiten Weltkrieg nach Tirol. Insgesamt haben wir von Dürers Innsbruck-Ansicht acht verschiedene Versionen. Entweder als Reproduktion, Druck, Postkarte oder Blechreplik. Das Original befindet sich in der Albertina in Wien.
Auf ihrer Webseite befindet sich eine hochauflösende Ansicht des Originals mit ausführlicher Beschreibung und Einordnung des Kunstwerks. Abgesehen von einem kolorierten Holzschnitt um 1470 ist das Aquarell von Dürer die älteste Stadtansicht von Innsbruck. Sie entstand sehr wahrscheinlich in drei Teilen, erst die linke Hälfte mit der Wasseroberfläche, anschließend die rechte Hälfte und zum Schluss der Himmel. Auf beiden Gemälden sind die Hofburg auf der linken Seite und der Wappenturm recht markant zu erkennen. Die Innbrücke am rechten Rand lässt sich erahnen.
Bei diesen zwei Werken haben sich beide Künstler ein wenig künstlerische Freiheit vorbehalten. Die Ansicht ist horizontal gestaucht, mit der Wirkung, dass die Gebäude enger zusammen stehen, als sie es in Wirklichkeit getan haben. Außerdem sieht der Inn eher aus wie ein See als ein Fluss. Tenschert hat im Vergleich zu Dürer wärmere Farben mit mehr Rottönen gewählt und lässt die Konturen weicher erscheinen. Mich persönlich irritieren etwas die Berge im Hintergrund der beiden Bilder. Beim ersten Betrachten hätte ich auf die Serles getippt. Laut der Albertina handelt es sich dabei aber um den Glungezer und den Patscherkofel. Vermutlich auch ein Detail, das durch künstlerische Freiheit verschwommen ist.
(Stadtarchiv/ Stadtmuseum Innsbruck, Bi-2689-153)