Hausecken – Eckhäuser IV
Ein prachtvolles Foto aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Ecke Andreas-Hofer-Straße und Staffler-Straße. Im Zentrum steht der „Österreichischer Hof“, der auch die erste Heimstatt der Exl-Bühne war. Trotz der guten Lage wechselten Eigentümer und Pächter häufig. Nach dem Totalschaden im Zweiten Weltkrieg wurde es eher nüchtern wieder aufgebaut. Das erste Lokal, an das ich mich erinnern kann, war ein Italiener. Danach eine recht nette Wirtin, die aber nur kurz war. Seit ein paar Jahren befindet sich dort ein Restaurant mit afghanischen Spezialitäten, das erfreulich gut besucht zu sein scheint.
Die Staffler-Straße scheint etwa bis zum Sonnenburger Platz verbaut zu sein. Dahinter befinden sich eher niedrige Privathäuser; E plus 1 oder plus 2. Die waren mir bisher auch nicht bekannt.
An der linken Straßenecke sehen wir eine Plakatwand von „R. Müller´s Plakatierungs-Institut“. Dort wird eine der frühen Aufführungen der Exl-Bühne beworben. Daneben Kathreiners Malz-Kaffee und irgendwas aus Steyr. Sicher Fahrräder oder so was.
Dieses prachtvolle Foto zeigt aber noch viel mehr: Das Pferdefuhrwerk, die Laterne usw.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Ph-5336)
Dürfte das gleiche Bild sein wie hier:
https://innsbruck-erinnert.at/pracht-vergangener-tage/
Aber der Kratzer durchs Steyr-Plakat ist deutlicher. Und Herrn Lukas ist ein etwas anderer Text dazu eingefallen. Nur die Exlbühne wird beide Male erwähnt. War de wirklich europaweit berühmt? In Andalusien? Im Loiretal? In Wales? Norwegen? Bulgarien? Nicht, dass ich diese Gegenden für Kulturwüsten halte, aber dass man dort Leuten begegnet ist, die mit dem Burgtheater (Häääää???) nichts anzufangen wußten, aber die Exlbühne kannten? Heutzutage schon eher, „Excel? Off-course!“
Die kurze Wirtin (1,20m ?) hab ich nicht in Erinnerung, nur die Gösserreklame. Ein Studienkollege, der gegenüber wohnte, berichtete von unzähligen Mau-Mau Schlachten an dieser Location. Später war dort ein Indisches Restaurant, lustiger Mix von Bedienung und Selbstbedienung. Nicht schlecht, aber wie alle Griechen, Chinesen, Spanier und auch Italiener nicht einheimisch gekocht, sondern so, wie es dem Tiroler schmeckt bzw. wie er es aus dem Touristenlokal mit dem Bilderbuch als Menükarte gewohnt ist. Möcht nicht wissen, wie indisch-indisches Essen wirklich schmeckt. Oder eben afghanische Speisen.
Hinten sieht man glaub ich schon den Quattro Canti Verschnitt des Sonnenburgplatzes, im Hintergrund das massiv-ängstlich umzäunte Köllenspergerareal mit seinen niederen Häusern.
Zum Steyr Plakat fällt mir wie bei vielen Fahrradreklamen der damaligen Zeit wieder einmal auf, dass als analoges Click-bait eine sportliche Dame als Kaufargument herhalten muß. Ich vermute eher einen Kaufanreiz für Männer als eine emanzipatorische Aufmunterung für unentschlossene Damen, es auch einmal mit der modisch unmöglichen Strampelkurbel zu versuchen.
Das Gitter des „Köllensberger“-Geländes bildet den Ostabschluß.
Zwischen der daran entlanglaufenden Neuhauserstraße und dem (eigentlich „namenlosen“) Sonnenburgplatzl – Delphinbrunnen schon sichtbar! – sind die Häuser Stafflerstraße 2 und 4 gut erkennbar. Aber – sooo gut seh ich auch nicht mehr – evtl. noch „unvollendet“.
Das Haus Stafflerstraße Nr 6 (schon öfters erwähnt wegen der „Wiener Bäckerei“ Pohler) befindet sich bereits westlich des Sonnenburgplatzls
Zwischen dem Haus Sonnenburgstraße 9 (mit den „Turmhauben“ über den Eckerkern) und dem Haus Stafflerstraße 4 befand sich, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, eine etwas breitere Lücke…
Noch breiter war die Lücke auf der südlichen Seite der Stafflerstraße. Hier nicht sichtbar. vom Hof der Häuser Egger Lienz Straße 2 und 4 konnte man „die ganze Nordkette“ durch diese Lücke „unverbaut“ sehen. (Fotoalbum mit den „Sporn-Kindern“) Da hat man dann in den 50er Jahren einen Neubau hineingestellt, ebenfalls mit einem kleinen (unüberbauten) Hofzugang rechter Hand.
Aber das ist am Bild nicht sichtbar – und daher eine gaaaaanz andere Geschichte.