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Innsbruck Meets America (Teil II)

Innsbruck meets America (Teil II)

Nanu, wer hat sich denn da in die Washington Times eingeschlichen? Dieses Gesicht kommt uns doch bekannt vor. Es handelt sich um den jungen Otto Habsburg, der, laut diesem Artikel vom 24.Juni 1935, gemeinsam mit seiner Mutter Zita eingeladen wurde Innsbruck einen Besuch abzustatten. Die Einladung stammte vom Innsbrucker Bürgermeister Franz Fischer. Der Bürgermeister von Hall schloss sich dieser Einladung ebenfalls an.

Es ist nicht verwunderlich, dass dieses Ereignis auch in der amerikanischen Presse auftaucht, schließlich handelte es sich hierbei um eine eher fragwürdige Einladung. Wir erinnern uns: Nach der Verzichtserklärung von Kaiser Karl I. und der Ausrufung der Republik wurden die sogenannten Habsburgergesetze erlassen. Damit wurden die Privilegien der Habsburger abgeschafft, ihre Besitztümer wurden konfisziert und der Adel allgemein war Geschichte. Zusätzlich wurde die Familie Habsburg des Landes verwiesen. Um wieder nach Österreich einreisen zu dürfen, mussten die Familienmitglieder eine sogenannte Verzichtserklärung unterzeichnen, was Otto Habsburg nicht tat (mehr dazu im Artikel Des Kaisers neuer Reisepass). Im Juli 1935 wurde das Gesetz unter Bundeskanzler Schuschnigg außer Kraft gesetzt und die Landesverweisung war somit aufgehoben.

Da unser Artikel allerdings im Juni 1935 veröffentlicht wurde, ist anzunehmen, dass Otto Habsburg aufgrund der oben genannten Gründe dieser Einladung nicht nachgehen konnte. Ich konnte  keine Tiroler Zeitungen finden, die über einen Besuch von Otto Habsburg zu dieser Zeit berichtet haben. Die meisten Artikel aus dieser Zeit berichten über Otto Habsburg lediglich im Kontext seiner Promotion. Der amerikanische Zeitungsschnipsel ist sehr vage gehalten, es bleibt folglich (vorerst) ein Geheimnis, warum der Innsbrucker Bürgermeister den Kaisersohn einlud und wie Innsbruck darauf reagierte.

(Foto: Library of Congress, Washington DC)

(Verena Kaiser)

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