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Alt-Pradl III – Zeitsprung

Alt-Pradl III – Zeitsprung

Räumlich sind wir nahe bei den beiden ersten Einträgen diesere Serie (Alt-Pradl I & Alt-Pradl II), aber zeitlich springen wir noch einmal gut 70 Jahre zurück. Wir stehen vor dem im Jahr 1690 errichteten, zweigeschossigen Bauernhof in der Pradler Straße (damals Pradl 13, heute Pradler Straße 14). Besonders bemerkens- bzw. sehenswert ist der kunstvoll ausgeführte Bundwerkgiebel. Möglicherweise sehen wir vor der Haustüre stehend Martin Mair, den damaligen Besitzer des Hofes.

Im Hintergrund sind der Lange Sattel und die berühmte „Seegrubenwolke“ gut zu erkennen.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, 04.20.01-169)

Dieser Beitrag hat 13 Kommentare
  1. Heute ist dieser Beitrag im Rahmen von „Frühere Beiträge“ wieder einmal aufgetaucht, er stammt aus den Anfängen von „innsbruck erinnert“ und weist noch keinerlei Kommentar auf!

    Man sieht den „Villerbauer“ in der Pradlerstraße 14 – auf diesem Foto trägt er noch die alte Bezeichnung „Pradl 13“ – unser Nachbar auf der anderen Straßenseite.

    Dieser Bauernhof steht heute noch fast gleich am Brunnenplatzl, samt Kruzifix und dem Stadl dahinter. Man kann beinahe sagen, dass sich nur das Tennentor (zum Nachteil der ganzen Ansicht) geändert hat. Die Bank ist auch weg und die Tür zum ehemaligen Saustall auch. Im Beitrag https://innsbruck-erinnert.at/rekord-und-zinsen/ ist diese Verschandelung besonders gut zu sehen, die Plakatwand war mir schon immer ein Dorn im Auge – schade!

    Hoppla – erst jetzt fällt mir erst wieder auf: Das Gestänge (wie hieß das??) zum Aufhängen der Türken ist auch weg!! Das muss Anfang der Sechziger passiert sein – nochmals schade!

    Der Villerbauer war bis irgendwann nach dem Krieg noch aktiv, seine Felder lagen in der Reichenau, von hier brachte er das Heu durch die Egerdachstraße mit einem Ochsengespann herauf. Ich kann mich auch noch gut an das Türkenauspratschen erinnern. Die Tennentüre war offen, die Frauen aus den umliegenden Häusern halfen mit, sie saßen in der Tenne rund um den Haufen mit Türkenkolben, banden etwa fünf Stück (?) mit den Flitschen zusammen und warfen sie wieder auf einen Haufen an der Tür. Hier stand Herr Mair (oder Meir ??) mit einer langen Stange, auf deren Spitze eine eiserne Gabel war und hievte Bündel für Bündel hinauf auf die Stangen. Ja, Altpradl war in meiner Kindheit wirklich noch ein Dorf!

    Jetzt musste ich schnell noch Google zur Hilfe nehmen, um zu schauen, was sich inzwischen noch alles geändert hat, ich war ja schon länger nicht mehr in Pradl! Aha – das Tennentor ist besser geworden, das Kruzifix wurde zur Seite gerückt, damit die vielen Menschen, die jetzt in der Schmiedgasse wohnen, es nicht umfahren. Sogar die Plakatwand ist weg!!

    https://www.google.com/maps/place/Pradler+Str.+14,+6020+Innsbruck/@47.2681865,11.4080419,3a,75y,251.61h,99.84t/data=!3m6!1e1!3m4!1sCHFiYRd7hg-iW358ne001g!2e0!7i13312!8i6656!4m5!3m4!1s0x479d6956a93422f9:0x4ad3879d9bb3dcd7!8m2!3d47.2681419!4d11.4079116

    Herr Mair (Meir) hat nach dem Kriege einen Bauernhof in Sistrans gekauft, seine Tochter mit ihrer Familie blieb hier. Wie schön wäre es, wenn sie oder ihre Nachkommen „innsbruck erinnert“ kennenlernen würden. Dann könnten wir mehr erfahren, zum Beispiel, wann die Bauernschaft aufgelassen wurde und wer der Herr und der Bub sind!

  2. Wahrscheinlich kennen viele die alte Pradler Hausnummerierung nicht – ich habe diesen Plan aus „Alt- und Neupradl – Ein Heimatbuch“ Schriftleitung Dr. Fritz Steinegger, das 1958 zum 50jährigen Bestandsjubiläum der Pfarrkirche Pradl herausgegeben wurde, abfotografiert:

    https://postimg.cc/RqvhDcbN

    Unser ehemaliges Haus, Pradlerstraße 15 / Pradl 23 wurde 1828 erbaut. Besonders interessant ist auch das hier eingezeichnete Pradlerbachl!

  3. die aktuelle Entwicklung:
    Das Haus ist inzwischen im Besitz einer Realitätenfirma, welche auch das Appartmenthaus „Pradl 11“ besitzt.
    Da der „Villerbauer“ unter Ensemble- aber nicht unter Denkmalschutz steht, ist auch hier der Umbau in ein Appartementhaus geplant samt Erweiterungsbau in Richtung Süden …

      1. Ja, sicher nicht optimal, Herr Roilo! Aber der Ensembleschutz wird uns wohl vor allzu Schlimmen dort bewahren …
        Trost werden wir jedenfalls in der (heutigen) Hausnummer 10, der damaligen Spezerei Zenzi Gasser, erfahren: Dort wird (bei Beibehaltung von Abmessungen/Erscheinung) eine Brauerei installiert!

        1. Aber es stimmt schon: Das 11er Haus ist ja eigentlich halbwegs gelungen und durfte auch nur auf den Grundmauern wieder aufgebaut werden, die ganze Form wurde ziemlich beibehalten

    1. Viel bleibt da ja nicht mehr übrig vom Altpradl meiner Jugendzeit! Wenn ich so schnell nachdenke: Das Singewaldhaus (Pradlerstraße 14), das Pichlerhaus (Egerdachstraße 2), das Sailerhaus (Pradlerstraße 9) und das Stepanekhaus (Pradlerstraße 10). Alles andere ist verschwunden oder wurde umgestaltet! Unser Pradlerbrunnen wird (hoffentlich) alles überstehen!
      Danke Herr Engelbrecht für die Aktualisierung!

  4. Stichwort „Pradler Bachl“, das ja einmal, von den Waschküchen der „Rhomberg (Fabrik) Häuser quer durch den Grund Pradlerstraße 10 floß, bevor es zwische Pradlerstr. 8 (Volderauer) und 10 weiterrann, um dann bis zum Goldenen Winkel“ die Trasse der Reichenauerstraße vorwegzunehmen –
    -also, dieses Pradler Bachl muß bei Bedarf auch einige Waale für die Felder und „Türggenacker“ gespeist haben….
    ….denn die „Tante Gusti“ (wie sie von ihren Bekannten genannt wurde) Frau Auguste Schwagera geb. Wörle hat berichtet:
    „Der Grundstein von der neuen Pradler Pfarrkirchen ist direkt neben einem Waal gesetzt worden.“
    Wenn es mich nicht täuscht(!), hat sie sogar berichtet, als Kind dabei gewesen zu sein. Frau Schwagera war vor 1900 geboren-
    -die Grundsteinlegung fand am 8.10.1905 statt.
    Pfarrblatt Nr.149 vom Oktober 2005.

  5. Herr Engelbrecht, seit ich weiter oben Ihre Ankündigung bezüglich Pradlerstraße 10 und Brauerei gelesen habe, geht mir allerhand durch den Kopf! Da ja zwischen Nr. 10 und 14 der große Gemüsegarten von Frau Stepanek liegt, träume ich nun von einem schattigen Biergarten früherer Zeit (Kastanienbäume, Kies am Boden, runde Tische etc.). Das wäre doch etwas – oder Frau Stepanek? Vielleicht gehen die Planungen etwa gar schon in diese Richtung?
    In https://innsbruck-erinnert.at/kohle-ist-nicht-gleich-kohle/ habe ich ein Foto vom Stepanekhaus eingestellt!

    1. Da ich mir leider überhaupt nix mehr merke, habe ich in mein Register notiert: „Bierbrauer = Max“.
      Was den Kastanienbaumgrten etc. anbelangt, bin ich persönlich der Ansicht, daß für Altpradl an Freiluftbiertrinkmöglichkeiten der Tisch v o r und die Pergola h i n t e r dem Haus Pradlerstraße 9 aber völlig ausreichend sein dürften. Wo sich doch jeder Freund des Gerstensaftes seine Trgln selber mit him nimmt.
      Diese ganze „Kultur“ früherer „Jahrtusende“ (muß man jetzt schon sagen) hat vielleicht noch rudimentärin Bayern überlebt.
      Wer in einem Eisenbahnerblock gewohnt hat, hat naturgemäß keine so entspnnt-heitere positive Sicht auf diese Formen der geselligen Freizeitgestaltung….
      Sie entschuldigen schon, bitte!

  6. Guten Abend, Herr Roilo! Ja, ich kann die großen Veränderungen nachempfinden!
    Bei den o.a. Bauvorhaben habe ich auch gleich an die Schmuckgasse samt dem ganzen Eck bei der Einmündung in die Pradlerstrasse gedacht … – wie es da wohl weitergehen wird?
    https://innsbruck-erinnert.at/alt-pradl-ii-aber-wo/
    Das Pradler Bier unter Kastanien wäre natürlich eine unglaubliche Ansage! Es wird aber wohl eher auf eine Stehpartie rund um den Brunnen hinauslaufen …

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