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Heute Kochen Wir… (Teil III)

Heute kochen wir… (Teil III)

… kälberne Vögel auf wälsche Art.

Das heute vorgestellte Rezept stammt von Rosina Kastner, einer ehemaligen Gasthalterin, und erschien im Kochbuch mit dem Titel „Vollständiges Tiroler Kochbuch für deutsche und wälsche Küche.“ Das Kochbuch wurde 1844 in Innsbruck herausgegeben. Das Rezept lautet wie folgt:

„Man schneidet von einem Kalbsschlägel dünne Schnitzeln, und klopft und salzt sie, alsdann schneidet man Speck, Petersilie, grüne Zwiebeln und ein wenig Rosmarin klein auf, gibt in der Milch eingeweichte und wieder ausgedrückte Semmelschmollen und Gewürz dazu, vermengt alles gut, und streicht es nun auf die Schnitzeln, wickelt sie hernach zusammen, umbindet sie mit einem Faden, legt sie in eine Rein mit Butter, streut klein aufgeschnittene Petersilie und Gewürz darauf, und läßt sie dünsten.“

Als leichte Beilage dazu empfehlen wir ein bisserl Gemüse (ebenfalls aus demselben Kochbuch): Kohlrabi mit grünen Erbsen und gelben Rüben.

„Man schneidet schöne runde Kohlrabi blattweise auf, und kocht sie in Wasser nicht gar zu weich; hernach gibt man in ein Rein Butter, thut den Kohlrabi hinein, gießt mit Fleischsuppe daran, und läßt sie recht weich kochen. In eine andere Rein gibt man Butter, nicht zu viel in Wasser gekochte Erbsen und kleinwürfelig aufgeschnittene gelbe Rüben, mit einem Stückchen Zucker, salzt sie, und läßt sie dünsten. Wenn alles gut gedünstet ist, so gibt man bald Kohlrabi, bald grüne Erbsen in eine Schüssel, und gießt zuletzt Buttersauce darüber.“

Wir wünschen heute ausnahmsweise: Guten Appetit!

P.S.: Auf dem Titelbild sehen wir links das Verwaltungsgebäude des städtischen Schlachthofs. Rechts einen Pferdewagen der Fleischhauerei Alois Sailer. Im Hintergrund erkennt man die Viaduktbögen und das Greisenasyl.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, KR-PL-K-839 und A-1925)

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Wieder einmal ein ganz herrliches Bild, vielen Dank!
    Zumal das Greisenasyl in den Jahren 1908/09 erbaut wurde, wird das Bild aus der Zeit nach 1909 stammen.

    Alois Sailer, Gutsbesitzer und Fleischhauer in Pradl, starb im Jänner 1920 mit 62 Jahren. Hier findet sich die Danksagung:
    https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19200129&query=%22alois+sailer+pradl%22~10&ref=anno-search&seite=8

    Die Fleischhauerei Sailer befand sich in der Pradler Straße 9 und hatte sogar ein Telefon mit der Nummer 287, wie man dem Tiroler Telefonbuch von 1913 entnehmen kann. Die Adresse und die Telefonnummer sind mit etwas Fantasie auch auf dem Wagen zu erkennen….

  2. Dieses Bild sahen wir schon einmal (Herr Auer weist darauf auch hin) und zwar in den Anfängen von „innsbruck erinnert“ im April 2020.
    https://innsbruck-erinnert.at/unter-dampf/
    Kommentare dazu gab es bis jetzt keine – eh klar: Ich wusste damals noch gar nicht, dass es diese tolle Einrichtung des Stadtarchivs gibt.

    Mir geht es nun in erster Linie um die Fleischhauerei Alois Sailer, die ja in der Pradlerstraße 9 angesiedelt war. Das mächtige ‚Sailerhaus‘ mit dem Mariahilfbild steht ja (noch!) immer, direkt am Beginn der Reichenauerstraße. Der Metzger Josef Sailer (dürfte der Sohn vom Alois sein) war einer der der früher sechs Fleischhauereien der Pradlerstraße (Müller Hans beim Brückenplatzele, Sailer Josef, Müller Heinrich, Vonstadel, Strickner und Hafele). Einkaufen war ich hier nie, da beide Müllermetzger (der „untere“ und der „obere“ Müllermetzger) Brotkundschaften von uns waren und wir deshalb abwechselnd zu diesen ums Fleisch gehen mussten. Aber der Sailermetzger hatte zwei Töchter, die zwar etwas älter wie ich und somit für mich unerreichbar waren, an die ich mich aber doch noch gut erinnern kann. Eine davon hat später den Käse-Tollinger geheiratet, und wenn ich nach Innsbruck kam, schaute ich immer bei ihr im Käsegeschäft beim Durchgang Kiebachgasse – Marktgraben vorbei.

    Noch zu den Rezepten: gerade hat mir meine liebe Frau auch etwas „Walsches“ gekocht: Gnocchi mit Salbeiblättern!

    1. Ja, der Metzger Josef Sailer ist in der Tat der Sohn des Alois.

      Josef Sailer, geb. 1900 in Pradl, Fleischhauermeister und Sohn des Alois Sailer und der Maria geb. Huter, ehelichte am 27.10.1924 in Wilten die Gutsbesitzerstochter Maria Nagiller aus Amras.

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