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Geh‘ Einmal Aus!

Geh‘ einmal aus!

Dieses schöne Bild würden jüngere Zeitgenoss*innen wohl in der Ulfiswiese vermuten, es stand aber an der Stirnseite des hier schon öfter thematisierten Reichenauer Gutshofes. Herr Pritzi erinnerte sich in den Kommentaren an dieses Lokal, und Herr Jörg Thien hat es rechtzeitig fotografiert.

Nach den Gewerbemeldungen des Amtsblattes der Landeshauptstadt bestand dieses orginelle Gasthaus von Jänner 1962 bis April 1969, Wirtin war Frau Klara Meraner geb. Pedrotti. Auf der Cola Werbung ruft ein freundlicher Kellner „Geh‘ einmal aus!“. Daran wollen wir uns gern halten. Die weiteren Werbeschilder wecken die gastronomische Langzeiterinnerung in uns und man denkt an das klassische Mixgetränk der Innsbrucker Gastro der 1970er und 1980er, das Rüschele (Cola und Brandy) und an den gerade erst nördlich des Brenners modern gewordenen Negroni (Martini/Wermut mit Gin und Campari zu gleichen Teilen, in Mailand noch ein Schuss Soda oben drauf und die dekorarive Blutorangenscheibe). Mögen uns die Getränke nie ausgehen im Sommer 2021!

Dieser Beitrag hat 18 Kommentare
  1. Guten Tag Herr Hofinger,
    findet sich auf diesem Foto eine Datierung? Ich glaube mich zu erinnern, dass die niederen Häuser und das Gasthaus doch etwas später als der Gutshof abgerissen wurden. Könnte 1972-1973 gewesen sein.

  2. Gleich nachgehakt: Kann sich wer an das Innere erinnern? Hingen da auch Bilder vom alten Flughafen an der Wand, oder hieß es nur so?

    Danke jedenfalls für das Foto, das war ja ein herrlich einfaches Beisl. Theoretisch hätte ich altersmäßig noch dort einkehren können, wußte aber nichts von seiner Existenz.

    1. Kann mich nicht mit Sicherheit erinnern, ob Bilder vom Flughafen an der Wand hingen, wäre aber durchaus möglich.
      Dieses eher kleine Gasthaus war aber immer gut besucht, obwohl es nicht den besten Ruf hatte und stand in Konkurrenz zum etwas größeren Gasthaus SANDWIRT, an der alten Reichenauer Brücke.

  3. Noch eine Frage: Die Fassade sieht aus wie das Überbleibsel eines Abbruchs. Mit der Luftbildkrücke habe ich festgestellt, daß die langen Gebäude des Gutshofes zuerst am Südende abgebrochen worden sind, sodaß die „Stirnseite“ früher ein Mittelstück gewesen ist? Auch das im Hintergrund zu sehende Haus des Wasenmeisterei scheint nicht allzu weit weg zu sein.

      1. Ahaaaaa! Schaut man vielleicht 90 Grad geschwenkt in die andere Richtung? Dann wär das Gasthaus ganz authentisch im alten Verwaltujngsgebäude untergebracht, wo auch die Passagiere abgefertigt wurden?
        https://postimg.cc/BtzphL0b
        Dann hat Herr Pritzi recht. Dieses Gebäude hat am längsten von allen Baulichkeiten im Dunstkreis des Flughafens bis in die 70er Jahre hinein überlebt, die Hangars sind ja in Kranebitten, und das allerletzte Relikt der Flughafennachbarschaft, die Warnfarbe am Lodenschlot, ist mit dessen Abbruch auch weg.
        Schade, dass ich diese „Bummsen“ nicht entdeckt habe. Ich schwärme für solche Lokale, da sitzen Menschen ohne Schminke. Man darf sie nur nicht blöd anreden und die Warnung „Schaug nit so bled, sinsch fotz i dir ane!“ ernst nehmen, In Gourmettempeln sitzen hingegen durchaus zusammengezählte 100 Jahre Gefängnis.:-)

      2. Ich glaube, dass im Zuge der Neuanlegung der Reichenauerstraße (im Vordergrund die neue Fahrbahn, links das vorläufige Ende des Gehsteiges) vorerst nur das westlichste Eck des langen Baues etwas gekappt wurde und sich hier dieses Gasthaus für ein paar Jahre einnistete, bis dann auch das restliche Gebäude (bzw. beide parallel laufenden Gebäude) zur Gänze abgerissen wurde (n).

        Wenn man die gerade noch sichtbaren Dachfenster, genauer gesagt das rechte, betrachtet und dieses auf das Foto https://www.innsbruck-airport.com/media/17343/Foto-Sammlung%20Kreutz_81%20-%20Seite%20095.jpg überträgt, weiß man ungefähr, wo dieses lange Haus ‚abgeschnitten‘ wurde. Der Baum ist auch ein Anhaltspunkt.

  4. Ich seh jetzt nirgends auf dem Originalfoto von den 30er Jahren ein Dachfenster, außer ganz links außen. Egal. Das alte Verwaltungshäusl kanns mit dem Zunterkopf im Hintergrund nicht gewesen sein, diese Perspektive mit dem Zacken des Speckkarkopfs (oder Signalkopfs?) geht sich vor der Giebelseite des „Terminals“ nicht aus. Hätte mir gleich auffallen müssen. Ich weiß also nur nicht, wo die Wasenmeisterei war.

    1. Ja, da war ich ganz daneben. Ich hab jedenfalls das Gebäude an der rechten Seite des Flughafens gemeint, aber falsch bezeichnet.

  5. Das Gasthaus war an der Stirnseite, ich nenne es jetzt Respektlos, der Wohnbaracken etabliert.
    Und zur Wasenmeisterei möchte ich anfügen, dass am Foto zum Kasernenbau nicht das Haus mit dem hohen Giebel die Wasenmeisterei war, das war ein Wohnhaus wo im Parterre das kleine Lebensmittelgeschäft der Frau Seyrling war.
    Die Wasenmeisterei war im niederen, an das Wohnhaus angebautem Gebäude.

    1. Dass das Gasthaus an der Stirnseite des langen Gebäudes war, ist klar. Allerdings bin ich der Meinung, dass vorerst nur das Westeck im Zuge des Straßenbaues abgeschnitten wurde.
      Bei der Wasenmeisterei habe ich eigentlich auch das niedere Haus, von dem man nur das Dach sieht, gemeint. Ansonsten, Herr Pritzi: Es ist „Ihre“ Gegend, eh klar!
      Was mich interessieren würde: Gibt es irgendwas, aus dem man die Funktion der einzelnen Gebäude des umfangreichen Gutshofes in der Reichenau ersehen kann. Das Schlössl war wahrscheinlich die Verwaltung, hier muss auch eine Küche gewesen sein, da ich öfters Brot hinunterbringen musste. In den von Ihnen genannten „Wohnbaracken‘ wird das Personal gelebt haben – bei der Größe der Wiesenflächen und der damaligen Handarbeit sicher sehr viele Menschen. Dann Stallungen, Stadel, Werkstatt! Vielleicht hat irgendwer einmal über den Gutshof etwas geschrieben?

      1. Über die Funktion der einzelnen Gebäude ist mir nichts bekannt, außer einer Lagerhalle direkt hinter dem Hauptgebäude des Gutshofes, in der Requisiten eines Theaters gelagert waren. Für welches Theater (Landestheater?) die bestimmt waren weiß ich nicht. Ich hatte zwei Freunde, die in den „Wohnbaracken“ wohnten und deren Väter im Gutshof beschäftigt waren. Könnte auch bei anderen Familien der Fall gewesen sein.

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