Erinnerung an die Brennerbahn – Nächster Halt Brixen/Bressanone
Mit Brixen erreichen wir einen der bedeutendsten Orte entlang der Brennerbahn in Südtirol. Der Bahnhof wurde gemeinsam mit der Strecke zwischen Innsbruck und Bozen im Jahr 1867 eröffnet und gehört damit zu den ursprünglichen Stationen der Brennerbahn. Anders als man vermuten würde, liegt er nicht unmittelbar im historischen Zentrum, sondern etwas erhöht am Hang südwestlich der Altstadt, was im Ttelbild eindrucksvoll zu sehen ist, das den urpsrünglichen Abstand zur Altstadt ersichtlich macht. Diese Lage war eine Folge der anspruchsvollen Trassierung der Brennerbahn, die zwischen Franzensfeste und Brixen auf kurzer Strecke beträchtliche Höhenunterschiede überwinden musste.
Architektonisch zählt das Empfangsgebäude zu den bemerkenswerteren Bahnhofsbauten der Strecke. Entworfen wurde es von Wilhelm von Flattich, dem Hausarchitekten der Südbahn. Trotz zahlreicher Umbauten ist der ursprüngliche Charakter des Gebäudes bis heute gut erkennbar. Die mit Brixner Granit verkleideten Fassaden, die markanten Giebel und die harmonischen Proportionen verleihen dem Bahnhof noch immer ein ausgesprochen repräsentatives Erscheinungsbild.
Während Brixen als Bischofsstadt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurückblicken kann, blieb die Rolle des Bahnhofs zunächst etwas hinter den Erwartungen zurück. Als die Pustertalbahn wenige Jahre später eröffnet wurde, erhielt nicht Brixen, sondern Franzensfeste den wichtigen Abzweigbahnhof. Dennoch entwickelte sich der Bahnhof zu einem bedeutenden Verkehrsknoten des Eisacktals.

Auch die Spuren der Geschichte lassen sich hier ablesen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bahnhofsgebäude bei Luftangriffen beschädigt und anschließend in veränderter Form wieder aufgebaut. Erhalten geblieben sind neben dem Empfangsgebäude auch mehrere historische Nebengebäude wie die Wasserstation und der ehemalige Güterschuppen, die heute unter Denkmalschutz stehen.
In den letzten Jahren hat sich das Umfeld des Bahnhofs erneut stark gewandelt. Für uns bleibt der Bahnhof Brixen vor allem eine jener Stationen, an denen die große Geschichte der Brennerbahn noch erstaunlich gut greifbar ist. Wer vom Bahnsteig hinüber zur Altstadt blickt, kann sich mit etwas Fantasie noch immer vorstellen, wie die ersten Züge vor mehr als 150 Jahren hier im Eisacktal eintrafen.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-PL-3091, Ph-14076)
Ja, jetzt gleichen das obere Foto und unsere Erinnerungen an Brixen sich wieder aneinander an. Dieser bessere Feldweg vom Bahnhof Richtung Hofburg war natürlich zur Zeit unserer Wanderungen längst eine Straße- eine Allee.
Ungefähr dort, wo dieser Weg sich mit der östlichen in N-S-Richtung verlaufenden Straße kreuzt, stand der Ort unserer „Erlösung“ – nämlich das Büro des Verkehrsverbandes, der unsere vollgestempelten Eisacktaler Wanderpässe einzog und den Kindern ihre erwanderten Medaillen überreichte…!!!
Aber dann ging es auf den Domplatz – einen großen Eisbecher für jeden (glauben Sie mir, ist mehr wert als jede Medaille!) – und dann….heim! heim!! heim!!!
Aber natürlich gibt es noch viel zu entdecken. Herr Vonstadl, der uns in Innsbruck ja die „Gebärklinik“ gebaut hatte, das spätere Bezirksgericht und nunmehrige Landesarchiv, hat einen „Zwilling“ (fast einen „siamesischen“ sogar) hinterlassen – das Vinzentinum. Man sieht es links im Wiesengelände liegen, in Zinggen außen.
Und was man besonders schön sieht, oder erahnt, ist der Zusammenfluß von Eisack und Rienz drüben in Stufels, dem ältesten Teil von Brixen.
Und während ich dieses Bild länger anschaue, verwandelt es sich -und wird farbig – und von rechts kommen …
Ja! Das Deckengemälde in der Alten Höttinger Kirche! „Die Überbringung der Reliquien des Hl Ingenuin durch den Hl Albuin“ – als nicht mehr Säben, sondern Brixen Bischofssitz war…
Und der Bahnhof? Aus dem Stein der Gegend gebaut – und dennoch irgendwie ein Fremdling… hat er, hat die Bahn eine Zukunft? Oder baut man hier Luftschlösser???