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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Erinnerung An Die Brennerbahn – Brücke Und Tunnel Bei Atzwang

Erinnerung an die Brennerbahn – Brücke und Tunnel bei Atzwang

Die Quelle der Kupferstiche kennen wir schon mehr als gut, nämlich das Erinnerungsalbum der Brennerbahn. Auch der heutige Stich stammt aus diesem Album und trägt den Titel „Brücke und Tunnel bei Atzwang“. Er führt uns in einen der spektakulärsten Abschnitte der Brennerbahn, wo sich die Bahn ihren Weg durch die enge Eisackschlucht bahnt.

Kaum ein anderer Abschnitt der Brennerbahn verdeutlicht die Herausforderungen des Bahnbaus so eindrucksvoll wie die Schlucht bei Atzwang. Zwischen steilen Felswänden, dem Eisack und dem historischen Kuntersweg blieb nur wenig Platz für die neue Bahnlinie.

Besonders gut zu erkennen ist die zweibögige Steinbrücke über den Eisack, an die sich unmittelbar der 150 Meter lange Tunnel Nr. 9 anschließt. Die Brücke und der Tunnel bilden eine eindrucksvolle Einheit und zeigen beispielhaft, wie die Erbauer der Brennerbahn die natürlichen Gegebenheiten mit aufwendigen Ingenieurbauwerken überwanden. Im Hintergrund erspäht man wenn ich mich nicht irre die Ruine der Burg Stein, was die romatische Darstellung des Stiches noch abrundet. Dass dieser Abschnitt der Brennerbahn schon kurz nach der Eröffnung im Jahr 1867 zu den beliebtesten Motiven von Künstlern und Fotografen zählte, lässt sich auch an den zahlreichen Kupferstichen im Album erkennen, die hier schon gezeigt wurden bzw. noch folgen werden.

Heutzutage präsentiert sich die Situation allerdings grundlegend anders. Seit 1994 verkehren die Züge der Brennerbahn zwischen Waidbruck und Blumau nicht mehr durch die enge Eisackschlucht, sondern durch den 13,3 Kilometer langen Schlerntunnel. Damit konnten zahlreiche enge Kurven sowie steinschlaggefährdete Abschnitte umfahren und die Fahrzeiten verkürzt werden. Die ehemalige Bahntrasse wurde anschließend zu einem beliebten Rad- und Wanderweg umgestaltet und ermöglicht es heute, die historischen Tunnel, Brücken und Stützmauern aus nächster Nähe zu erleben. Diesen Radweg würde ich wirklich gerne einmal selber befahren, war vielleicht unter unseren Leser*innen schon wer dort unterwegs und kann uns berichten?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-A-24611-22)

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