Erinnerung an die Brennerbahn – Nächser Halt Bahnhof Gossensass/ Stazione di Colle Isarco
Nachdem wir uns im letzten Beitrag bereits dem Ort Gossensaß gewidmet haben, soll heute der Bahnhof selbst etwas näher betrachtet werden, auch wenn wir leider kein schönes Foto des Bahnhofes in unserer Sammlung haben.
Der Bahnhof Gossensaß wurde im Jahr 1867 gemeinsam mit der gesamten Brennerbahnstrecke zwischen Innsbruck und Bozen eröffnet. Wie so oft war die neue Eisenbahn von enormer Bedeutung für den damals noch kleinen Ort, denn die gute Erreichbarkeit spielte, wie im letzten Beitrag kurz angerissen, eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung von Gossensaß zu dem beliebten Fremdenverkehrs- und Kurort.
Entworfen wurde das Aufnahmegebäude vom bekannten Bahnbaumeister Wilhelm von Flattich, dessen Handschrift viele Stationen entlang der Brennerbahn prägt. Das Gebäude fiel zunächst noch recht kompakt aus und erst der zunehmende Fremdenverkehr machte schon bald eine Erweiterung notwendig, weshalb das Bahnhofsgebäude noch im 19. Jahrhundert um einen südlichen Trakt ergänzt wurde.
Besonders reizvoll ist die Gestaltung des Bahnhofs bis heute: Das ursprüngliche Gebäude erhielt eine Verkleidung aus Grauwacke, während dekorative Elemente wie Fensterrahmungen in hellem Kalkstein ausgeführt wurden. Straßenseitig fällt vor allem der aufwendig gearbeitete hölzerne Dachgiebel ins Auge. Der spätere Erweiterungsbau hebt sich durch sein Mauerwerk aus Brixner Granit und eine charakteristische Holzveranda deutlich ab.
Während viele historische Bahnhöfe entlang der Brennerbahn im Laufe der Jahrzehnte stark verändert wurden oder ihren ursprünglichen Charakter verloren haben, zählt Gossensaß bis heute zu den architektonischen Perlen der Strecke. Gerade deshalb freut es umso mehr, dass das Gebäude seit dem Jahr 2000 unter Denkmalschutz steht und in den Jahren 2010 bis 2013 umfassend saniert wurde. Bereits 1999 erhielt der Bahnhof zudem einen Mittelbahnsteig mit Unterführung, wodurch historische Bausubstanz und moderne Infrastruktur hier eine durchaus gelungene Verbindung eingehen.
Auch wenn unsere Sammlung, wie schon erwähnt keinen guten Blick auf den Bahnhof zulässt lässt er sich auf den Ortsaufnahmen zumindenst erahnen und an die Zeit erinnern als elegante Sommerfrischler hier aus den Zügen stiegen und der Ort zu den mondänsten Adressen Tirols zählte.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum sommer 4_188, KR-NE-4837)
August 2025:
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