skip to Main Content
Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Erinnerung An Die Brennerbahn – Kein Halt Mehr Kardaun/Cardano

Erinnerung an die Brennerbahn – Kein Halt mehr Kardaun/Cardano

Jetzt wird es ernst: Nach unserer langen Reise vom Brenner durch das Eisacktal liegt der Zielbahnhof Bozen nur noch wenige Kilometer vor uns. Einen letzten Zwischenhalt wollen wir uns aber noch ansehen, und zwar Kardaun, unmittelbar am Eingang ins Eggental. Als die Brennerbahn 1867 eröffnet wurde, gab es hier zunächst noch keine eigene Station. Erst um 1898, als entlang der Strecke mehrere zusätzliche Haltepunkte eingerichtet wurden, bekam auch Kardaun seinen Bahnanschluss. Damit reiht sich dieser in eine ganze Reihe kleiner Stationen ein, die wir auf unserer Reise bereits kennengelernt haben.

Das Stationsgebäude war entsprechend bescheiden. Nach den Typenentwürfen von Wilhelm von Flattich entstand ein kleiner Holzbau mit Pultdach. Darin befanden sich ein Warteraum und der Raum für den Fahrdienstleiter, verbunden durch ein Kassafenster. Ganz ähnliche Gebäude haben wir schon in Brennerbad, Pflersch, Mauls, Mittewald, Vahrn, Albeins, Kastelruth und Völsersteg kennengelernt. Später wurde die Anlage noch erweitert: 1928 errichteten die italienischen Staatsbahnen für ihre Mitarbeiter einen dreigeschossigen Wohnblock nach Typenplänen des Architekten Angiolo Mazzoni.

Heute muss man schon ziemlich genau wissen, wonach man sucht, wenn man Spuren des alten Haltepunkts finden möchte. Das hölzerne Stationsgebäude blieb zwar noch lange nach der Einstellung des Personenhalts stehen, wurde aber in den 1990er-Jahren beim Bau einer Schallschutzwand abgetragen. Erhalten geblieben sind unter anderem das ehemalige Magazin und der Wohnblock von Mazzoni. Gleichzeitig wurde das gesamte Umfeld durch neue Straßenführungen und den Umbau der Brennerbahn stark verändert.

Die wohl größte Veränderung brachte 1998 der Kardauntunnel. Seit seiner Eröffnung verschwinden die Züge unmittelbar bei Kardaun im fast vier Kilometer langen Tunnel und kommen erst bei Blumau wieder ans Tageslicht. Die alte, kurvenreiche und durch Steinschlag gefährdete Strecke durch das untere Eisacktal wurde aufgegeben.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-PL-3146)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Sehr interessante Ansicht von Kardaun, heute scheint in Kardaun mehr Fläche für Strassen als für Häuser „verbraten“ worden zu sein. Staatsstrasse, Autobahn, Abzweig nach Kardaun und ins Eggental. Der unterste Stassenabschnitt ins Eggental war früher sehr „wildromantisch“, dieser Abschnitt wurde auch schon durch eine längere Tunnelstrecke ersetzt.

  2. „Das eigentliche Glanzstück aber ist das Schloß Karneid, eine der allerschönsten Burgen des Landes“ schreibt Josef Rampold.
    Diese Burg wurde 1880 von Ferdinand von Miller, dem Münchner Erzgießer, angekauft.
    Einer seiner Nachkommen, Oskar von Miller, war, soviel ich mich erinnere, an der Errichtung des Eisackkraftwerks beteiligt.
    Eine Nachkommin, Frau von Miller, welche die Villa Miller am Starnberger See bewohnt(e)>(???), war die treibende Kraft an der Wiederbelebung der „Roseninsel“ im Starnberger See. Anläßlich einer Führung dort erzählte sie uns (eigentlich der Reiseleiterin, aber wir saßen halt am selben Tisch), sie habe die Kriegszeit auf Schloß Karneid versteckt überlebt – und wie unwirtlich das Leben auf einer Burg sei – und wie weit das Wasser herangetragen werden mußte…
    Ja, ja, die Burgenromantik…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Back To Top
×Close search
Suche