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Die Schwarzen Mander (V.)

Die Schwarzen Mander (V.)

Ein weiterer Vorfahre Maximilians, dessen Statue in der Werkstatt Sesselschreibers gegossen wurde, ist Rudolf I. Relativ klar zu erkennen ist das Vorbild für die Darstellung, sein Grabmal  im Dom zu Speyer. Er wirkt auf beiden Darstellungen besorgt und düster, vielleicht nicht anders zu erwarten bei dem ersten Habsburger, dessen Kopf die schwere Krone des Reiches drückte.

Der Grund für die Auswahl Rudolfs I. ist klar – im Gegenteil hätte man sich wohl sehr wundern müssen, wenn er nicht untern den schwarzen Mandern gewesen wäre. Bei seiner Geburt 1218 waren die Habsburger nicht unbedeutende Grafen im Südwesten des Reiches – aber mehr waren sie auch nicht (wobei spätere Berichte behaupten, Kaiser Friedrich II. sei sein Taufpate gewesen). Rudolf gelang es, durch seine erste Ehe mit Getrud von Hohenburg seine Gebiete im Elsass zu erweitern und seinen Besitz auch durch das Erbe der Grafen von Kyburg zu mehren.

Als er 1273 von den Kurfürsten zum König gewählt wurde, erfuhr er davon in seinem Feldlager vor Basel, wo er den dortigen Bischof belagerte. Seine Wahl beendete das Interregnum, das mit dem Tod Friedrichs II. (1250) begonnen hatte, während dem es zwar zahlreiche Könige gegeben hatte, denen aber die Macht fehlte, die kaiserliche Autorität durchzusetzen. Mit Rudolf I. hatten die Kurfürsten jemanden gewählt, der das Kaisertum wieder erheblich stärkte, vermutlich mehr als sie selbst erwartet hatten. Der wohl mit Abstand bekannteste Konflikt, in der Kaiser in dieser Hinsicht verwickelt war, ist die Fehde mit König Ottokar II. Přemysl, an deren Ende der Tod des böhmischen Königs und der Beginn der Herrschaft der Habsburger über das Herzogtum Österreich stand.

Während die Statue in Sesselschreibers Werkstatt gegossen wurde, war sie nach den Berichten seiner Nachfolger, zu denen wir noch kommen werden, war sie jedoch nicht fertiggestellt als Sesselschreiber unter Hausarrest gestellt wurde. Seine imposante, wenn auch wohl frei erfundene Krone, sowie Schwert und Sockel kamen somit erst über zehn Jahre später dazu.

(Signatur Ph-32383)

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