Die Bürgermeister von Inspruck (II.)
Als nächster Bürgermeister begegnet uns 16 Jahre später 1393 Hans von Hertenberch. Auch er scheint als Zeuge bei einem Rechtsgeschäft auf, bei dem es um die Bewirtschaftung einer Badestube ging. Damit haben sich die Quellen zu ihm leider auch schon erschöpft. Wir wissen nicht, ob er das Amt wie von Raut mehrmals bekleidete, oder welchem Beruf er nachging. Im folgenden Jahr wurde er jedenfalls nicht gewählt, denn 1394 scheint Ulr(e)ich Schench als Bürgermeister auf, ebenfalls als Zeuge, in seinem Fall für den Verkauf von einigen Höfen an das Heilig-Geist-Spital.
Für die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts sind nicht viele Bürgermeister namentlich greifbar, aber in der Zweiten lassen sie sich häufiger finden. Zu direkten Wiederwahlen kam es anscheinend selten, nur Kristoff Haidfalkch amtierte sowohl 1455 als auch 1456. Ein auffälliger Name ist Conrat (auch Chunrat geschrieben) Ratvelder. Er bekleidete das Amt erstmals 1442, dann erneut 1446, zwanzig Jahre später (1466) wieder, und dann schließlich 1478 und 1481. Dabei ist nicht klar, ob es sich vielleicht um Vater und Sohn handelt, oder um denselben Ratsherrn, der schon jung dieses Amt erreichte, etwa mit 35 Jahren, und es zuletzt mit 74 ausübte. Es gibt aber jedenfalls noch einen anderen Ratvelder, Sigmund, der 1479 und 1489 amtierte. Die einzigen anderen Familiennamen, die mehrmals aufscheinen, sind Dorn und Ypphofer, die 1401 und 1443, bzw. 1457 und 1467 Bürgermeister stellten. Wenn es also durchaus einflussreiche Familien gab, so war die Macht nicht von einem kleinen Kreis von ihnen monopolisiert. Dem Stadtrat, der sich Kooptation ergänzte (d.h. die bestehenden Ratsmitglieder wählten neue Mitglieder, wenn einer von ihnen verstorben war oder abgewählt wurde – wobei letzteres kaum vorkam), war es auch verboten, bei der Besetzung Verwandte von aktiven Ratsherren zu wählen.
Interessant ist noch, dass uns zumindest drei Bürgermeister (Hanns Hartmann, Wilhalm Ypphofer und Hainrich Mentelberger) einige Jahre nach ihrer Amtszeit als Stadtrichter begegnen.
(Signatur U-299 – Conrat Ratvelder tritt erstmals als Bürgermeister als Zeuge bei der Beurkundung eines Geschäftes auf)
Es gab neben dem Heinrich Mentlberger anscheinend noch einen Mentlberger als Bürgermeister, den Balthasar. Er war der Onkel von Heinrich III. Mentlberger und wird im Beitrag „Am Golf von Mentlberg“ in dem von mir verlinkten Artikel zur „Neue Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg“ für das Jahr 1436 als BM genannt:
https://innsbruck-erinnert.at/am-golf-von-mentlberg/