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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Der Maler, Grafiker Und Plakatkünstler Lois Alton, Teil 2

Der Maler, Grafiker und Plakatkünstler Lois Alton, Teil 2

Die ganz große Leidenschaft Lois Altons galt – wie bereits im ersten Teil des Artikels erwähnt – der Freskenmalerei. Am 6. Jänner 1945 wurde in den Tiroler Nachrichten ein Artikel veröffentlicht in dem der Künstler in eigenen Worten seine unbändige Freude an dieser diffizilen Maltechnik genauer beschrieb: „Verhältnismäßig spät erst kam ich zur wirklichen Freskomalerei, obwohl ich schon früher verschiedene Wandbildaufträge ausgeführt hatte. Diese malte ich so ziemlich alle in Casein-Tempera, also auf trockenem Mauergrund. Schon damals war mir bewußt, daß ich mit sparsamsten Mitteln die größtmögliche künstlerische Wirkung erzielen müsse. Daher vermied ich es von Anfang an, die Wand ganz mit Farbe zu decken, sondern beschränkte mich darauf, lediglich die Ränder und Tiefenschatten der Figuren farblich darzustellen, wogegen die Lichter als freie unbemalte Wand, als schönstes Weiß frei stehen blieben. Die Wirkung war in diesen Arbeiten freskoähnlich. Nach langen Versuchen in der richtigen Behand­lung der Farbe im wirklichen Fresko, also dem Malen auf frischaufgetragenem nassem Mörtel (denn nur diese Technik verdient den Namen fresko, -also „frisch“) beteiligte ich mich an Wettbewerben dieser Art inner- und außerhalb unseres Gaues und hatte dabei schöne Erfolge, ich ging aus einem großen Teil dieser Konkurrenzen preisgekrönt hervor und erhielt die Ausführung meiner Entwürfe übertragen. Nun begann sozusagen für mich eine Zeit reinster malerischer Freude, denn ich kenne keine Art der Malerei, welche an Schönheit und Noblesse der Technik dem Fresko auch nur nahe käme. Es gibt meines Erachtens keine elegantere Art zu malen, als auf schönem, gutem, frischaufgetragenem, grobsalzkörnigem Mörtel. Wie dieser Malgrund so wunder­bar sein und zart die Farbe annimmt, versetzt mich immer in helle Begeisterung, so daß ich, je länger ich arbeite, das Malen immer tiefer als Glück emp­finde. Zwar habe ich jedesmal vor Beginn der Arbeit „Lampenfieber“ wie der jüngste Anfänger, aber sobald ich die ersten Striche auf den nassen Mörtel getan habe und sehe, wie er die Farbe annimmt (kein Mörtel arbeitet gleich wie der andere, auch nicht bei sorgfältigster Behandlung aller maßgebenden Faktoren), so kommt innerlich verklärende Ruhe über mich und dann bin ich nur mehr Maler, fast be­sessener Maler! Nun gilt es nur mehr: ganz wenig Farbe und groß malen! – wehe dem, der „fuzelt“! der ist ver­loren! Und wenn mir der Maurer deutet: „Jetzt rauscht der Mörtel“, dann ist es richtig. Schade, daß ich das nicht hören kann (ich bin ja kriegsinvalid, auf beiden Ohren völlig taub) – aber ich sehe es, wie die winzig kleinen Wasserbläschen ganz langsam fein und zart im Mörtel verschwinden. In derselben Art nimmt der Mörtel auch die Farbe an, so zart und elegant. Kein anderer Malgrund tut das auch nur so ähn­lich, und das ist fast recht so, denn nur wer einmal Fresken, wirkliche Fresken, in frischen, nassen Mörtel gemalt hat, der kennt dies und bleibt dieser edelsten und schönsten Art der Malerei aus immer ver­schworen. Luis Alton.“

Die drei Fotos in diesem Artikel zeigen Fresken, mit denen Lois Alton Gebäude in Innsbruck verziert hat. Diese Fresken wurden in folgendem Artikel, der in den Innsbrucker Nachrichten vom 5. Juli 1941 erschienen ist, genauer beschrieben: „Immer mehr setzt sich der schöne Brauch durch, freie Flächen an Neubauten mit künstlerischen Fresken zu zieren und so den Häusern schon äußerlich ein überaus schmuckes und einladendes Aussehen zu verleihen. […] So zierte unser heimischer Kunstmaler Louis Alton kürzlich sieben Siedlungshäuser in Pradl mit zwei Freskenzyklen, deren einer die Minnesänger darstellt und deren anderer die heldischen Geschichten Tirols entnommen ist. […] Die zweite Reihe befindet sich an den neuen Siedlungshäusern nahe der Pembaurbrücke am Sillufer. In wuchtiger Gestaltung schuf hier Luis Alton drei Freskogemälde aus der heldischen Geschichte Tirols, die die Jahreszahlen 1524,1809 und 1914 tragen und in geschlossener Gruppe je drei Figuren zeigen. Das Fresko mit der Jahreszahl 1524 stellt, flankiert von einem Morgenstern- und einem Hellebardenträger, Michael Gaismayr dar. Die Linke stützt sich auf einen mächtigen Bihänder, während die Rechte wie zu einer Anrede an die Reisigen und Bauern beschwörend erhoben ist. Das Fresko 1809 zeigt im Vordergrund einen weißbärtigen Bauern mit dem Stutzen über der Achsel, flankiert von einem Trommlerbuben und einem mit Morgenstern bewaffneten Knecht. Das dritte Bild in dieser Reihe versinnbildlicht den Heldenkampf unserer Standschützen im Weltkrieg. Wiederum steht im Vordergrund, das Gewehr in den Fäusten, ein eisgrauer Standschütze und links und rechts von ihm zwei weitere mit Handgranate und Büchse. In jeder dieser drei Fresken ist symbolisch der Einsatz dreier Generationen während eines Kriegsgeschehens aufgezeigt, der bärtige Alte versinnbildlicht den Großvater, die Männergestalt den Vater und das jugendfrische Antlitz des Dritten den Sohn […]“

(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-5052, Ph-5053, Ph-5054)

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