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Beinahe-Unglück In Der Mühlauer Klamm

Beinahe-Unglück in der Mühlauer Klamm

Der Innsbrucker Verschönerungsverein führte im Mai 1908 Sprengungsarbeiten am Wanderweg oberhalb der Teehütte in der Mühlauer Klamm durch. Wanderer und Spaziergänger wurden durch Tafeln mit Warnhinweisen über die Arbeiten informiert. Am 30. Mai 1908 kam es bei einer dieser Sprengungen beinahe zu einem Unglück, da eines dieser Hinweisschilder durch eine unbekannte Person entfernt worden war. Die Innsbrucker Nachrichten berichteten am 1. Juni 1908 mit folgendem Artikel über den Vorfall:

„Sprengungen in der Mühlauer Klamm. Der Innsbrucker Verschönerungsverein läßt gegenwärtig an dem Wege oberhalb der Teehütte in der Mühlauer Klamm Sprengungen vornehmen, und hat selbstverständlich an den durch die Steinschläge gefährdeten Stellen Warnungstafeln anbringen lassen. Rätselhaft ist, daß es heutzutage noch so dumme und zu gleich boshafte Leute gibt, die im Übermute solche Tafeln entfernen, und dadurch Mitmenschen in unverantwortlicher Weise in Todesgefahr bringen. Tatsache ist, daß infolge des Fehlens der Warnungstafel ein Oberst mit seiner Familie am Samstag nachmittags gerade zur Zeit der Sprengung, zur Teehütte aufstieg. Die Teehauswirtin rief, was sie konnte, um die Herannahenden zu warnen, doch nun ging auch schon der Schuß los und eine gewaltige Steinmasse rollte herab. (Man sieht dort Steine bis zu einem Kubikmeter Rauminhalt liegen.) Eine Tochter des Obersten wurde, zum Glücke unbedenklich, von einem Steinstück gestreift. Es fehlt an Worten, um die Freveltat, welche beinahe ein entsetzliches Unglück herbeigeführt hätte, im rechten Lichte darzustellen; man schämt sich für jene „Mitmenschen“, die so hirnlos sind, eine solche Warnungstafel zu entfernen. Die Spaziergänger in jener Gegend aber seien zur äußersten Vorsicht gemahnt.“

Das Titelbild zeigt die Teehütte in der Mühlauer Klamm, die 1904 von Christian Hosp erbaut wurde.

(Stadtarchiv Innsbruck, Sommer-1-305)

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