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Allein Auf Weiter Flur

Allein auf weiter Flur

Wir schreiben das Jahr 1965. Wir sehen eine Infrastruktur-Baustelle im Südosten der Stadt. Man sieht eifrige Arbeiter, die links eine Tafel montieren, rechts den Piloten einer Straßenwalze. Über die provisorische Haltestelle und über die um die Kurve kommende Garnitur der Linie 3 sollen berufenere Geister schreiben.

Auch über die Gebäude am Hang im Hintergrund gäbe es so Manches zu sagen.

Doch kommen wir zur einzig wirklich zentralen Frage dieser Aufnahme. In der Bildmitte steht wohl ein Exekutivorgan und betrachtet die Szenerie. Daneben steht vermutlich sein Dienstfahrzeug, obwohl ich mir nicht sicher bin, wie sich Käppi und Helm bei einem Dienstmotorrad ausgehen. Exakt an der Kante der gerade verlegten Randsteine stehend sehnt er sich wohl danach amtshandeln zu dürfen. Aber was soll da denn passieren? Die Straße ist vermutlich gesperrt. Aber auch wenn sie es nicht ist, ist hier für den Organwalter nichts zu walten.

Warum er also hier herumsteht? Natürlich wird es sein Geheimnis bleiben. Aber wundern wird man sich ja noch dürfen.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum, Ph-470)

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Das Warte- und Personalhäuschen in Eternitgrau /amtlichem Aktengraugrün mit Profilitverglasung hinter der Wartebank war dann Jahre später beim Abbruch wohl ein Asbestentsorgungsproblem.
    Abgebrochen wurde das Häuschen schon lange vor dem Neubau der heutige Endhaltstelle Amras im Jahre 2012 – nämlich als der Wohnblock Amraserstraße 115 errichtet wurde – das müsste in den 90´er Jahren gewesen sein.
    An die Szenerie kann ich mich jedenfalls gut erinnern – allerdings in meiner Zeit“ – also Schülerverkehr ab 1976/77 – dann schon mit Lohnertriebwagen. Als Schüler durften wir meist die Runde durch die Endschleife ( bevorzugt im Drehgelenk stehend, und mit dem Schaffner, der uns von hinten im Auge behielt ) mitfahren und dann vorne beim Fahrer aussteigen.
    Was fällt im Hintergrund auf:
    Die Autobahn gibts noch nicht. Die Bestimmung des längliches Hauses mit Türmchen in Bildmitte ist mir noch immer unbekannt.

  2. Das Motorrad ist sicher kein Polizeifahrzeug, zu stenzig, um ein zur Aufnahmezeit passendes Modewort zu gebrauchen, und überhaupt, wo wäre das Blaulicht? Vielleicht gehört es dem Walzenchauffeur. Was der „Buuz“ dort zu tun hatte außer sich einen feinen Dienst zu machen, ist mir auch nicht klar, Motorrad anlehnen verboten? Womöglich fuhren immer wieder Anrainer abkürzend mit ihrem Fahrzeug in die Baustelle.

    Das längliche Haus stammt wohl aus dem 19. Jhdt., weit weg von 1900. Obwohl mit seinem Türmchen die Respektsperson unter den Häusern, wird es in den 60ern schon eher Platz für Substandardwohnungen geboten haben. Vielleicht war im Türmchen, welches mich an jenes des Liebeneggschlößchen nahe der anderen Endhaltestelle erinnert, eine Wendeltreppe. Oder ganz unprätentiös das indische Klo am Ende des Ganges fürs ganze Stockwerk. Als das Haus der Autobahn weichen mußte, gabs vielleicht trotzdem die eine oder andere Träne.

    Daß an dieser Stelle ein Straßenbahnhäuschen gestanden hat, wußte ich bezeichnenderweise nicht. Damals benutzte ich nur im Winter den C für den Schulweg, die Dreier eventuell bis zum Hallenbad zur Schwimmstunde.

    1. Das Motorrad ist eindeutig eine Polizeimaschine, Marke PUCH 250 SSG. Das Blaulicht war am Lenker, direkt neben dem Scheinwerfer, angebracht. Man erkennt eindeutig den Doppeltank und hinter dem Fahrersitz ein Blechbehältnis am hinteren Kotflügel, in dem die Steuerungen für das Blaulicht und das Folgetonhorn untergebracht waren. Zur PUCH 250 SSG waren bereits auch die BMW R60 Motorräder in Verwendung.
      Zu meiner Dienstzeit 1975/1976 bei der motorisierten Verkehrsabteilung waren nur mehr 3 PUCH Motorräder in Verwendung, die die neu hinzugekommenen Polizisten fahren mussten. Da ich aber bereits seit 1970 Motorräder fuhr, durfte ich die BMW fahren.
      Ende 1970 wurden die 250er PUCH außer Dienst gestellt.
      Der Polizist war möglicher Weise für eine Transportbegleitung eingeteilt.

  3. Der Vergleich zeigt, mit welcher Wucht hier eingebrochen wurde.
    https://innsbruck-erinnert.at/der-ort-ist-klar-aber-die-haeuser/
    (Datierung? 1940er-Jahre?)
    Der Bereich der ehem. Endhaltestelle ist jetzt mit Häusern in einer Art zugepflastert, dass einem schon als Spaziergänger ganz schlecht wird. Und in dieser Art wird’s wohl weitergehen.

    Noch ein schönes Vergleichsbild von dieser Stelle aus von 1958 …
    https://innsbruck-erinnert.at/ein-bus-mit-fuehlern/

  4. Beim ersten Link https://innsbruck-erinnert.at/der-ort-ist-klar-aber-die-haeuser/ sieht man das „längliche Gebäude“ wesentlich besser. Es erscheint auch noch in einem besseren Zustand. Man sieht auch genau, daß das Türmchen nur über ein einziges Fenster im obersten Stockwerk verfügte, was sowohl meine Treppenhaustheorie als auch die der Örtlichkeit sanitärer Sitzgelegenheiten wieder einmal scheitern läßt. Man sieht sogar überdeutlich den Eingang an der Westseite.

    Was dabei auffällt, ist der für ein so großes Haus einzelne Kamin einsame auf der westlichen Hälfte, die Osthälfte punktet wiederum mit größeren Fenstern im ersten Stock.

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