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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Die Autos Sind Eine Pest

Die Autos sind eine Pest

Als Autor von gefühlt drei Dutzend Artikeln mit Autofahrer-Romantik hier einmal ein wenig Parkscheinautomaten-Nostalgie. Auf dem Bild oben (und gleich hier drunter) sieht man die erste Generation der Innsbrucker Parkscheingeber, die die hiesigen Autofahrer:innen aus dem Park-Paradeis geworfen haben. Seit ihrer Einführung glauben die Genannten fix, dass man früher immer einen Parkplatz direkt vor dem Haus gefunden hat (falsch) und dass es nix gekostet hat (auch falsch, halt den Chauffeur nichts).

Aufmerksamen Stadtflanierenden ist die Handschrift eines konsequenten Schmieranten in Erinnerung, der damals auf buchstäblich *jeden* Automaten seitlich „Die Autos sind eine Pest“ gekritzelt hat, mit einem sehr stabilen Marker, der nicht abwaschbar war. Ab einer gewissen Anzahl dieser Wahrsätze machte man sich Gedanken, wer denn dieser Graffitant sein könnte. Die üblichen Verdächtigen im Bekanntenkreis stritten – nona – jede Verantwortung ab. Wir lachten, wenn wir ein neues Exemplar fanden und hofften, dass der Urheber nicht gefunden würde, sonst wäre die Reinigung wohl teuer geworden.

Bei der ersten Automaten-Generation waren auch noch mechanische Interventionen möglich. Klemmte die 5 Schilling Münze, entfuhr dem ohnehin schon rechtschaffen erbosten Autofahrer manchmal ein gerechter Faustschlag auf den Blechtrottel. Die Münze kam nicht mehr zurück, aber der Parkschein ließ sich mit dem Drehrad herausholen. Gelegentlich (vielleicht ein- oder zweimal in mehreren Jahren) war dann die Rückstellungszacke inaktiv und man konnte alle Parkscheine wie bei einem defekten Kaugummiautomaten herausdrehen. Da diese neutral gestaltet waren und erst die gegängelten Mobilisten ihre Kreuzerl drauf machen mussten wie beim Sport-Toto, wäre es verlockend gewesen den freizügigen Automaten ganz zu leeren, was natürlich aus Rücksicht auf das knappe Budget der Stadt Innsbruck unterblieb.

Heute schauen wir nicht vom hofseitigen Balkon sondern von der straßenseitigen Fenstern in den Adolf-Pichler-Platz. Dazu hat uns kürzlich ein schöner Bestand erreicht, der Mieter hat sein Leben lang aus den Fenstern seiner (elterlichen) Wohnung geschaut und einen scharfen Blick für die Veränderungen des Platzes entwickelt. Dieser Flohmarkt wird den 40+ Innsbrucker:innen noch in Erinnerung sein. Wie man das damals so machte, musste nur wegen eines anderen Events kein Auto wo anders parken. Der Autor dieser Zeilen ist um diese Zeit in Innsbruck Taxi gefahren und hat in der Nacht von Freitag auf Samstag gelegentlich um 4 bin der Früh die Standler hergebracht. Oft mit dem Verdacht, dass die zwei Taxifahrten (Grundtaxe: 28 Schilling) mehr ausmachen würden als der Reingewinn des Vormittags.

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