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Album Tiroler Landestheater 1939-1944, Teil 1: Der Waffenschmied

Album Tiroler Landestheater 1939-1944, Teil 1: Der Waffenschmied

Im Depot des Stadtarchivs befindet sich ein Konvolut mit Fotos diverser Aufführungen des Tiroler Landestheaters aus den Jahren 1939 bis 1944, das ich in einer mehrteiligen Serie vorstellen möchte. Die Aufnahmen im Format 18 x 23,7 Zentimeter stammen vom Fotografen Richard Müller. Der Erhaltungszustand und die Qualität der Bilder ist nicht immer optimal, nichts desto trotz sind die Fotos interessant und sehenswert. Die Präsentation der einzelnen Bühnenstücke wird nicht chronologisch erfolgen.

„Der Waffenschmied“ ist eine komische Oper in drei Akten und wurde von Albert Lortzing, der auch das Libretto selbst verfasste, komponiert. Das Lustspiel „Liebhaber und Nebenbuhler in einer Person“ von Friedrich Wilhelm Ziegler diente Lortzing dabei als Vorlage. Die Uraufführung fand am 31. Mai 1846 in Wien im Theater an der Wien statt. Der Inhalt ist schnell erzählt: Graf Liebenau verliebt sich in Marie, die Tochter des stolzen Bürgers Stadinger, der die Adeligen und ihre Lebensweise verachtet. Graf Liebenau verkleidet sich als Schmiedegeselle Konrad und versucht so Marie für sich zu gewinnen. Da er um seiner selbst geliebt werden möchte stellt er Marie auf die Probe: Er wirbt gleichzeitig als Graf Liebenau um Maries Gunst, um zu sehen, ob sie den einfachen Schmiedegesellen oder den reichen Adeligen bevorzugt. Nach zahlreichen Verwicklungen gibt es ein Happy End: Marie wählt Konrad als Mann, dabei stellt sich heraus, dass der Schmiedegeselle und der Graf ein und die selbe Person sind.

Am Tiroler Landestheater in Innsbruck wurde „Der Waffenschmied“ am 7. März 1942 erstmals aufgeführt. Die Vorankündigung erschien in den Innsbrucker Nachrichten am selben Tag:

Das Titelbild des Artikels zeigt eine Szene mit Franz Schiffrer in seiner Rolle als Hans Stadinger, eines berühmten Waffenschmieds und Tierarztes, weiters Clarire Mohr als seine Tochter Marie, Hans Kerber als Ritter Graf von Liebenau, Eugen Schürer als Georg (Liebenaus Knappe), Ottomar Mayr als Ritter Adelhof aus Schwaben, Fritzi Heinen als Erzieherin Maries und Max Rüden als Gastwirt und Schwager Hans Stadingers.

Diese Aufnahme zeigt Marie in der Umarmung des Grafen von Liebenau.
Dieses Foto zeigt eine Szene mit Hans Stadinger im Kreise seiner Schmiedegesellen.

In den Innsbrucker Nachrichten erschien am 9. März 1942 eine ausführliche und sehr positive Theaterkritik: „[…] Die Aufführung des „Waffenschmied“ am Tiroler Landestheater am Samstag, den 7. März, war in Ton und Gestaltung eine bemerkenswerte Leistung. Das sympathische Werk war mit aller Liebe, die es verdient und besonderer Sorgfalt, die besonders auch in manchen Einzelheiten in das Blicklicht liebevoller Betreuung trat, gegeben worden. Kapellmeister Hans Moltkau hatte im Musikalischen alles getan, das Werk in seiner köstlichen Frische erstehen zu lassen. Um die Spielleitung hatte sich mit besonderem Erfolg Oberspielleiter Ottomar Mayr angenommen und die Bühnenvorgänge interessant, lebhaft und spielsicher gestaltet. Die Titelpartie gab Franz Schiffra. Er wußte den Waffenschmied sympathisch und gewinnend auf die Bühne zu stellen, wenn der Partie auch noch ein Schuß schlichterer Natürlichkeit zugute gekommen wäre. Claire Mohr war als Marie von ausgezeichneter Haltung und besonders stimmlich allen Anforderungen aufs beste entsprechend. Hans Kerber gab den Rittergrafen von Liebenau und war stimmlich und darstellerisch in bester Form. Sein Knappe Georg hatte in Eugen Schürer einen lebendigen Darsteller und ausgezeichneten Sänger, der mit seinen Liedern vollen Erfolg buchen konnte. […]

(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-A-994-128, Ph-A-994-131, Ph-A-994-134)

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