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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Kastanie Ohne Kataster

Kastanie ohne Kataster

Als Absolvent eines dreistündigen Obstbaum-Schnittkurses beim „Grünen Tirol“ hat man im Winter immer recht viel zu schauen. Und das nicht nur in den Gärten des Mittelgebirges, wo es mittlerweile leider mehr Obstbäume gibt als Menschen, die die Früchte darunter auch aufklauben, sondern auch in der Stadt. Jede Baumsilhouette wird fachmännisch inspiziert, ob hier auch die goldenen Regeln der Kronenfaçonnierung eingehalten wurden. Hier stehen verständlicherweise weniger Obstbäume herum, nur die Ross-Kastanien ragen als Sorte heraus (es gibt wegen des Klimawandels auch schon einzelne Maronibäume), deren Früchte man als gutes Stadtbewohnerkind der 1970er immer für 1 Schilling pro 10 Kilo zum Alpenzoo bringen möchte, damit die Rehlein sie dort als Delikatesse verkosten können und man sich selber beim Heruntergehen eine Milka kaufen kann.

Warum die Mayers diesen Baum fotografiert haben, ist nicht überliefert. Er wirkt eher pragmatisch als schön geschnitten; in den 1940er-Jahren ohne Hebebühne nur mit Kraxlerei und hohen Leitern zu bewerkstelligen. Die Kastanie scheint jedoch das zentrale Motive der Bildgestaltung zu sein, mit ihrem angelehnten Rollsplittkasten und, deshalb ist dieser Beitrag ein Rätsel, mit dem dem Autor dieser Zeilen unbekannten Haus dahinter. Steht dieser monumentale Ausdruck einer gewissen finanziellen Grundausstattung mit oder ohne Glashaus heute noch irgendwo im Saggen?

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Ich kenns auch nur von alten Fotos, das war ein Teil der ursprünglichen Bebauung des Landhausplatzes. Bombentreffer zerstörten das Gebäude. Wenn es das ist was ich meine.

  2. Die Versuche, mit einer falschen Spur in die Irre zu führen, kenne ich eigentlich eher von einem Herrn L. M. Der legt meistens nur eine derartige. Sie haben das mit „Glashaus“ und „Saggen“ heute gleich verdoppelt, werter Herr Hofinger! Mit dem Ihnen „unbekannten Haus“ und der „Kastanie“ womöglich verdrei- oder vierfacht. Sie scheinen heute etwas übermütig. Deshalb – und auch wegen des tollen Fotos – sei Ihnen verziehen!

    Ernsthaft jetzt: Woran erkennt man bei einem Baum ganz ohne Blätter, dass es sich um eine Kastanie handelt? In freier Wildbahn ja, aber auf einem Foto? Hat der dreistündige Obstbaum-Schnittkurs auch dermaßen über diverse Wuchsformen aufgeklärt oder wandeln Sie hobbymäßig auf den Spuren von Peter Wohlleben?

    Warum die Mayers diesen Baum fotografiert haben? Vielleicht sahen sie in ihm eine (händeringend weibliche) Skulptur.

    Außer in dem von Herrn Hirsch verlinkten Beitrag hat dieses Areal die Leserschaft schon öfter beschäftigt, u. a. hier:
    https://innsbruck-erinnert.at/wer-erkennt-ein-potpourri-aus-den-stadtteilen_teil-32/
    und hier:
    https://innsbruck-erinnert.at/grad-runter/

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