Grundsteinlegung der Innsbrucker Synagoge
Unser heutiges Titelbild zeigt die Grundsteinlegung der Innsbrucker Synagoge am 18. April 1991. Bei dem Herrn, der den Spachtel in der Hand hält, handelt es sich um Paul Chaim Eisenberg, den Oberrabbiner des österreichischen Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinde. Er ist dabei, eine schwarze Rolle mit Dokumenten zuzumauern. Der Mann, der aus unserer Perspektive links von Eisenberg steht, müsste Franz Haid, Direktor der Tiroler Wohnbaugesellschaft WE (Wohnungseigentum) sein. Rechts von ihm befindet sich Landeshauptmann Alois Partl. Sowohl von Esther Fritsch, der Präsidentin der Kultusgemeinde als auch dem Landeshauptmann existieren ähnliche Fotos, auf denen sie den Spachtel schwingen.
Der Platz, auf dem die neue Synagoge erbaut wurde, war nicht zufällig gewählt. In der Sillgasse 15 stand schon Anfang des 20. Jahrhunderts ein jüdisches Bethaus, das im Zuge des Novemberpogroms 1938 zerstört wurde. Bei der Grundsteinlegung der neuen Synagoge, die außerdem am Unabhängigkeitstag des Staates Israel stattfand, waren laut der TT vom 19. April 1991 neben dem Bürgermeister Romuald Niescher, jüdische, katholische und evangelische Repräsentanten zugegen. Weitere Frauen werden nicht explizit erwähnt. Zu den politischen Repräsentanten zählen noch Generalsekretär Absalon Hodik und Landesrat Fritz Astl. Des Weiteren war der Rektor der Universität Innsbruck Rainer Sprung anwesend. Geplant war die Fertigstellung des Gebäudes für Herbst 1992. Tatsächlich eingeweiht wurde es im Frühjahr 1993. Bei den Architekten handelt es sich um Hubert und Michael Prachensky.
(Stadtarchiv/ Stadtmuseum, Ph-24610)