Beruf und Schule
Die Mayers packten an diesem Sonntag etwa 1953 ihre Wanderschuhe ein und erklommen den beliebten Wiltenberg, dessen markante Gipfel einen besonders liebreizenden Panorama-Blick auf Innsbruck freigaben. Von hier heroben konnte die Entwicklung des früheren Ödlandes westlich des Westfriedhofs beobachtet und kommentiert werden. Und natürlich auch dokumentiert, wie man an dem leider ob der irritierenden Stromkabel im oberen Bilddrittel wieder nicht ganz im Wasser gelungenen Aufnahme sieht.
Das dominante Gebäude in diesem Bild ist die spätere Landesberufsschule in der Mandelsbergerstraße. Hier gelang es erst 1956 in gemeinsamer Anstrengung von Land und Stadt, die unzähligen über alle anderen Schulen verteilten Berufsschulausbildungen zusammenzulegen. In den Volks- und Hauptschulen Innsbrucks wurde in den kinderreichen Nachkriegsjahren bereits im Mehrschichtbetrieb gewerkt, nun sollten über 1500 Lehrlinge hier eine gemeinsame Ausbildungsstätte finden.
Das Gebäude stand seit vielen Jahren so halbfertig herum, der Originalplan von Willi Stigler stammte aus dem Jahr 1938, als man auch schon mit dem Bau begonnen hatte, schreibt Kollegin Verena Kaiser. Hier sieht man noch keine Fenster in den Rahmen, dafür die mittlerweile vom Heim der Berufschüler:innen und der Schule selbst zugestellte Süd-West-Fassade. Dahinter der ehrwürdige Mandelsberger-Wohnblock nebst einer baumbeschatteten Egger-Lienz-Straße und statt der hier Anfang 1980 für Los-Angeles-Autostadtfantasien von der Brenner-Autobahn errichteten Zufahrtsstraße Richtung Ausfahrt Innsbruck-West noch zahlreiche von den Eisenbahnerfamilien genützte Kleingärten.