Hausecken – Eckhäuser III
Wieder stehen wir im Eck oder zumindest am Eck. Am Hauseck. Die ganz klassische Form mit kleinen Erkern am Eck. Ich habe keine Ahnung, ob diese wirklich genutzt werden. Aber von außen denkt man, dass da immer jemand sitzt, Kaffee trinkt und fast rundum schauen kann. Es gibt bei uns in der Badgasse einen solchen Erker, der von allen Besuchen sehr genossen wird. Man schaut mehr aus dem Fenster als auf das Gegenüber.
In unserem heutigen Eckhaus geht es etwas profaner zu. Zumindest in der Zeit dieser Aufnahme. Scharfe Augen können vielleicht das Straßenschild lesen oder erahnen. Selbst wenn Sie es richtig lesen, so gibt es immer noch fünf Querstraßen, die da rechts wegführen könnten.
Sie ahnen schon: Das Gebäude wurde ruiniert und durch eine Neubau-Ruine ersetzt. Aber das ist auch schon einige Jahr her und inzwischen hat die Patina Manches erträglicher gemacht.
Am (unsichtbaren) Haus links befand sich bis vor wenigen Jahren ein Kasten der „Katholischen Filmschau“ (oder so ähnlich). Dort wurden die aktuellen Kinofilme besprochen. Ich bin da immer wieder einmal hängen geblieben. Filme aus dem Olympia-Kino wurden recht kurz abgehandelt: „Porno abzulehnen“.
Was für ein Informationskasten unter dem Straßenschild hängt, kann ich leider nicht mehr sagen. Aber ich kann fragen: Wo sind wir?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Ph/A-24.488-1-140)
Der Katholische Filmkasten war am unsichtbaren Haus rechts (Forstamt oder so ähnlich)
Vorne sieht man noch immer die nur oberflächlich mit Asphalt bedeckte Straßenbahnschienen der aufgelassenen Linie 2 (oder 5) in der Maximilianstraße, sehr ärgerlich für Radfahrer. Die waren, wie man sieht, noch ganz normal unterwegs. Ein Fahrzeug, kein Sportgerät und umziehen brauchte man sich auch nicht.
Die Dame am Eck mit typischer Modefrisur der Anfangsechziger. Das Jahr ist gemeint.
Erratum:
Ich glaube, Herr Morscher hat recht. Da war tatsächlich noch so ein Filmgildekasten, den dann das Geschirrgeschäft Springer als Vitrine verwendet hat. Muss aber ewig her sein.
Almost nailed! Durch die Maximilianstraße fuhren folgende Linien: Verbindungslinie (1906-9), Linie 3 (1910-26), Linie 0 (1922-23), Linie 5 (1923-34). Danach nix mehr. Die Linie 2 allerdings nie, soweit ich weiß.
Zu jener Zeit, als das Foto entstanden ist, war dieses Gebäude, das ehemalige Café PAUL, schon längst von der Post angemietet. Hier waren Büros des „technischen“ Bereichs untergebracht („Fernmeldebetriebsamt“).
Daß es sich jetzt um ein „AMTSGEBÄUDE“ handelte, sieht man am ‚Milchglas‘ der Parterrefenster (aber denken Sie jetzt ja nicht „…damit man den Büroschlaf nicht sieht… – denn da wurde sehr wohl viel geleistet. Denken Sie bloß am die vielen technischen Einrichtungen der späten 50er und der 60er Jahre… die ganze „Spiegel-Brücke“ oben am Patscherkofel… und…und…und
Die Hauptpost platzte sowieso schon aus allen Nähten… und natürlich wollte jettzt jeder ein Telefon daheim haben…
Aber ich könnte nicht sagen, ob mit dem Amtsbau in der Andreas Hofer Straße weiter südlich das cafe Paul noch benötigt wurde und waann es dann….
Das Cafe Paul hab ich gar nicht bewußt mitbekommen. Rechts und links neben dem Eingang zur Telefonpost sehe ich noch zwei kleinere Aushangtafeln, wie sie für Getränke und Speisen üblich waren. Waren das Reste des Cafés?
Gell, wie sich die Namen ändern – ich hab das Geschäft als „Leitner-Majerotto“ in Erinnerung.
(Herr Majerotto war ehem Bewohner der Maximilianstraße 3 und Witwer jener Frau Majerotto, der wir am 15.12.1943 noch auf der Stiege zwischen 1. Stock und Parterre begenet sind. Sie hatte das Baby auf dem Arm und rief heiter „Flaschele vergessen“, als sie die Wohnungstüre hinter sich zuzog. Als die Bombe fiel, muß sie gerade wieder im Stiegenhaus gewesen sein…)