un arcobaleno – cent’anni fa
Die lieben Mayers haben nicht nur die Architektur der Stadt auf ihre besondere Art dokumentiert sondern konnten, wenn sich ein Regenbogen über der Leopoldstraße zeigte, einfach nicht anders als ihre Kamera aus dem Regal zu holen und ihn abzulichten. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt die Autochrom-Fotografie schon erfunden war, war das für Amateure keine leistbare und technisch handelbare Option. Die Mayers wussten es, wir wissen es: Der schönste Regenbogen ist in Schwarzweiß nur ein hellgrauer Lichtbogen im Gewitterhimmel. In der Eile des Moments war es auch nicht gelungen, die Kamera waagrecht zu halten.
Diese Form der Foto-Positive (wohl im „printing-out“ Verfahren hergestellt, bei dem der Film im Tageslicht direkt auf das Negativ gelegt wurde und nicht von einem Vergrößerer projiziert) sind in den Alben des illustren Ehepaars Mayer mit 1915 und 1916 datiert. Es ist nicht ganz einfach sich zu orientieren, da viele dieser Häuser im Zweiten Krieg zerstört wurden und spätestens der Südberingung Innsbrucks weichen mussten. Als später Trost mag den Mayers, die nun selbst schon einige Zeit am Fuße des Regenbogens residieren, ausgerichtet werden, dass auch heute mit modernster Kameratechnik das ultimativ Magische an einem oder zwei Regenbögen nur annähernd eingefangen werden kann… unten passend zur nächstwöchigen PRIDE-Straßenparty ein ganz ohne KI entstandenes Foto, das schon fast den Tatbestand Kitsch erfüllt. Weil unser Arbeitsplatz zu sehen ist: Wir sind auch gelegentlich stolz, im Stadtarchiv Innsbruck werken zu dürfen.
