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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Erinnerung An Die Brennerbahn – Sightseeing An Der Strecke II

Erinnerung an die Brennerbahn – Sightseeing an der Strecke II

Bei unserem letzten Halt in Waidbruck bin ich in der Sammlung Kreutz auf eine Aufnahme gestoßen, die ein ganz besonderes Kapitel der jüngeren Tiroler Geschichte dokumentiert. Das Foto zeigt nicht nur eine vergangene Landschaft an der Brennerbahn, sondern erinnert auch an ein heute verschwundenes Denkmal.

Im Jahr 1938 ließ das faschistische Regime unmittelbar gegenüber von Waidbruck, vor dem Montecatini-Kraftwerk, ein monumentales Reiterstandbild errichten. Die überlebensgroße Statue zeigte Benito Mussolini mit erhobenem römischem Gruß und trug ursprünglich die Inschrift Al Genio del Fascismo („Dem Genie des Faschismus“). Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Widmung zwar in Al Genio del Lavoro Italiano („Dem Genie der italienischen Arbeit“) geändert, doch die Darstellung des Diktators blieb unverändert bestehen.

Bei der Südtiroler Bevölkerung war das Denkmal bald nur noch unter dem wenig schmeichelhaften Namen „Aluminium-Duce“ bekannt. Für viele Reisende auf der Brennerbahn gehörte der überdimensionale Reiter über Jahre hinweg zum Landschaftsbild rund um Waidbruck.

Sein Ende kam in einer spektakulären Aktion: In der Nacht vom 30. auf den 31. Jänner 1961 sprengten Aktivisten des Befreiungsausschusses Südtirol (BAS) das Reiterstandbild. Der Anschlag sorgte international für Schlagzeilen und zählt zu den bekanntesten Aktionen des BAS in der Zeit vor der sogenannten Feuernacht.

Ganz verschwunden ist der „Aluminium-Duce“ allerdings nicht. Ein Teil des Denkmals hat die Zerstörung überstanden: Der Kopf des Pferdes befindet sich heute im Tirol Panorama mit Kaiserjägermuseum am Bergisel in Innsbruck. Dort erinnert das Fragment heute nicht an die einstige Propaganda, sondern an die Auseinandersetzung mit einem schwierigen Kapitel der Tiroler Geschichte.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum KRNE-4178)

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