skip to Main Content
Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Das kann nicht Innsbruck Sein! – XXXIV

Das kann nicht Innsbruck sein! – XXXIV

Ich leihe mir hier ungefragt den Serientitel vom Herrn Direktor, weil es nach dem Befund zu ebener Erd so gar nicht nach Innsbruck ausgesehen hat. Auch wenn man als Experte für Stadtbildtapeten dann doch einräumen muss, dass der Hintergrund verdächtig nach Nordkette aussieht. Ok, es ist Innsbruck, aber wo? Franz Pfeifer? Nie gehört. Die Heimatscheine verraten: Mit Schwazer Migrationshintergrund in Innsbruck heimisch geworden.

Ließe ich Sie die Adresse erraten, wärs ohne Hilfsmittel auch nicht ganz einfach. Zum Glück lugt ein Eck der Alma Mater hinten heraus. Auf den Heimatkarteien und im Adressbuch steht Innrain 55. Davor Innrain 53 und Maximilianstraße 29. Da Gärtnerbetriebe nicht einfach mal um die Ecke übersiedeln, hat sich wohl die Adresse verschoben, was sich beim Studium unserer Adressbücher bestätigt: So viele Bewohner:innen dieser Entwicklungsgegend am Westhang des Wiltener Schwemmkegels werden eher nicht 1910 gemeinsam in ein benachbartes Haus gezogen sein, sondern die Nummern mussten nachziehen, wenn die Bebauung dichter wurde. Bei solchen Überlegungen würde ich gern meinen alten Freund Peter Helfer anrufen und ihn fragen, ob er diese bedeutende neue Erkenntnis eh schon in sein Häusermeer eingearbeitet hat. Aber das geht leider nicht mehr.

Die abgebildete Szene heute nachzustellen, wäre recht umständlich, da sich Fotograf und Objekt mitten im Klinikareal befänden, das damals noch um einige Pavillons ärmer war. Die Rückseite datiert das Bild auf 1929. Mit dabei im von Frau Wotzel aus der Natterer Gärtnerfamilie kürzlich im Archiv vorbei gebrachten Album liegt auch das Schwesternbild, mit 1928 datiert. Der leicht variierte Aufnahmewinkel zeigt den Innrain 54.


Die Personen auf dem Bild sind leider noch unbekannt.
Was baute so eine innerstädtische Gärtnerei eigentlich an? Konnte man über das ganze Jahr von den Erträgen leben? Auf dem dritten Bild, bei dessen Himmelsrichtungs-Verortung mir fast schwindlig geworden ist siehts nach Gemüse aus, vielleicht auch als Vorzucht für die urban Kleingardens der Innsbrucker:innen. Und natürlich in der unmittelbaren Nachbarschaft des Westfriedhofs Grabgestaltung und -pflege.


(Familienarchiv Wotzel)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Man könnte einschränken „Das kann nicht Willten sein“ oder noch enger „Das kann nicht das Klinikareal sein“, so verändert hat sich dieser Teil der Innerkoflerstraße bis heute. Rechts wäre später noch das Treichl Haus dazugekommen. Aber man erkennt noch die Universität und den netten Aufbau am Dach des Eckhauses zur Rechengasse, ein alter Bekannter.
    Raten brauch ich nicht, nur vermuten, dass diese Gärtnerei in den 50ern jener Gärtner Pfeifer war, durch die jetzt die Zufahrt zur Holzhammerbrücke braust. Zwischen Innrain und Noldinstraße gelegen war der Pfeifer für uns die erste Anlaufstelle für Blumen und Pflanzen. Von der Noldinstraße gings einwenig hinunter zum Hintereingang, wahrscheinlich auch ein Andenken an frühere Launen des Inn wie der ganze Innrain,
    Für meinen am Innrait 105 wohnenden Volksschulkollegen Wolfgang war das am Nachhauseweg ein natürlicher Abschneider und für mich ein willkommener Umweg, der Gärtner hatte nicht eine so große Freude an unserem unschuldigen Minitransit.

    Nimmer genau in Erinnerung ist mir, ob er nicht später in die Nähe des Westfriedhofs gerückt ist, wo vorher der Gärtner Fröhlich gewesen ist. Ich mag jetzt nicht Schwindelzettel googeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Back To Top
×Close search
Suche