Aus dem Alltag der Archivar*innen
Heute möchte ich Sie an meinem Arbeitsalltag teilhaben lassen. Wer bei uns arbeitet kommt nicht darum herum, früher oder später Fotos und Postkarten in unsere Datenbank aufzunehmen. Dabei werden Titel, Größe, Zustand, Provenienz, Preis, Beschreibung, Datierung, Standort, Signatur und vieles mehr notiert. Später können diese Informationen sehr wichtig sein. Es kann Orte geben, die nur schwer auf den Fotos erkennbar sind und ohne Beschreibungen würde viel Wissen verloren gehen. Deswegen ist es für uns sehr hilfreich, wenn jemand auf der Rückseite des Fotos zum Beispiel die Jahreszahl oder den Ort des Fotos notiert hat. Dabei kommen die versteckten Fähigkeiten der Archivar*innen hervor. Wie sie sich vorstellen können, ist jede Handschrift anders und oft werden Wörter nur schnell hingeschrieben statt schön. Unsere Aufgabe ist es, jede Handschrift entziffern zu können damit uns keine noch so kleine Information durch die Lappen geht. Das Problem dabei: Manchmal ist die Sauklaue so unleserlich, dass wir nicht einmal zu dritt etwas entziffern können. Und gerade bei exotischeren Wörtern oder wenig aussagekräftigen Fotos ist Raten auch keine Alternative.

Dieses Problem hatte ich auch heute bei der Arbeit. Und wie sie am Titelbild erkennen können, geben die Fotos selbst auch kaum Aufschluss über den Aufnahmeort. Nun sind Ihre detektivischen Fähigkeiten gefragt. Rechts auf dem Foto müsste Glungezer 1944 stehen. Und das letzte Wort auf dem unteren Bild müsste Bregenzerwald lauten. Doch was heißt der Rest? (Hier übrigens der subtile Hinweis, die eigene Handschrift zu pflegen. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass diese vielleicht einmal in einem Archiv landet und wenn ja, erleichtern Sie uns damit immens die Arbeit.)
(Stadtarchiv/ Stadtmuseum, Ph-39065, Ph-39066, Ph-39067)