Von oben sieht man sogar noch viel mehr
Unser heutiger Beitrag ist – soweit ich das beurteilen kann – fast eine westliche Fortsetzung vom Höttinger Beitrag letzte Woche. Zumindest vermute ich, dass der Fotograf sich an ziemlich genau demselben Standort befindet. Was sehen wir hier alles?
Fangen wir mal von hinten an: Der Kofel ist noch ein „Glatzkopf“, also ist die Aufnahme vor Mitte der 1950er-Jahre anzusetzen. Der Bergisel schaut schon „beschanzt“ aus, eine Trasse ist auf jeden Fall zu erkennen. Vorne das Wiltener Kirchen-Ensembler aus Basilika und Stist. Ein wichtiger Anhaltspunkt – auch Datierungstechnisch – im innerstädtischen Bereich ist die Universitätsbrücke: Diese wurde im Jahr 1930 begonnen und 1932 fertiggestellt. Rechts davon die neue Universität, die 1914 fertiggestellt wurde. Links sehen wir z.B. den Turm der ehemaligen Herz-Jesu-Kirche und noch weiter links das pyramidenförmige Dach des 1927 fertiggestellten Hochhauses.
Und jetzt begebe ich mich aus der „safety-Zone“ raus und versuche in Hötting was zu erkennen – das ist natürlich besonderer Leistungsdruck, immerhin bin ich hier ganz in der Nähe aufgewachsen. Und trotzdem – durch den Bau-Boom ab den 1960ern schaut da einfach alles anders aus. Bei den Ausläfern heroben befinden wir uns im Bereich Schneeburggasse. Bei dem eingezäunten Feld am rechten Bildrand heroben bin ich überfragt. Zentral gut sichtbar das Gebäude mit den rot-weißen Fensterläden ist die Villa Greiderer (heute Sternwartestraße Nr. 20). Rechts unterhalb erstreckt sich demnach der botanische Garten, der hier aber nicht gut zu erkennen ist. Unterhalb in Richtung Au jedoch gut sichtbar die Hauptschule Hötting, der „eggerten“ Baumann-Prachensky-Bau aus dem Jahr 1927.
(Stadtarchiv Innsbruck, Sammlung Göhlert-Kreutz, MF-344)