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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Erinnerung An Die Brennerbahn – Streik!

Erinnerung an die Brennerbahn – Streik!

Bei meinen Recherchen zur Bahngeschichte von Franzensfeste bin ich auf ein ganz besonderes Erinnerungsfoto gestoßen. Die Aufnahme, die offenbar auf dem Bahnhofsgelände entstanden ist, zeigt Teilnehmer des großen Eisenbahnerstreiks von 1921. Die Beschriftung auf dem Bild hält fest:

„Erinnerung an den großartigen Streik vom 24. April bis zum 21. Mai 1921, der mit bewundernswerter Brüderlichkeit zwischen Italienern und Deutschen in Franzensfeste unterstützt wurde.“

Der Südtiroler Zeithistoriker Hans Heiss schreibt dazu:

„Die Abtretung Südtirols an Italien 1919 änderte die Situation grundlegend. Der Austausch der Bahnarbeiter und Beamten der Südbahngesellschaft war durchgreifend. Sie verloren in den nun von Italien betriebenen Ferrovie dello Stato zum größten Teil ihre Stellen; vielen wurde die italienische Staatsbürgerschaft verweigert. Ein großer Eisenbahnerstreik war 1921 ein später Protest gegen den aufziehenden Faschismus, vor allem aber gegen den italienischen Staat, der auf Entlassung der deutschsprachigen Eisenbahner drängte. Vier Wochen lang stand im April 1921 der gesamte Bahnverkehr zwischen Innsbruck und Verona still; die Regierung konterte mit der Entlassung von 10.000 streikenden Bahnarbeitern. […]“

Wer mehr über den Streik, seine Ursachen und Folgen erfahren möchte, dem sei der Beitrag Die Waggonbewohner:innen #2 – Innsbruck erinnert sich empfohlen.

Das Foto dokumentiert nicht nur einen Arbeitskampf, sondern auch einen Moment der Solidarität zwischen deutsch- und italienischsprachigen Eisenbahnern in einer politisch äußerst angespannten Zeit und ist damit ein außergewöhnliches und seltenes Zeugnis der Tiroler Sozial- und Eisenbahngeschichte.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-G-26832)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. …und ein Kind ist auch dabei, links vorne.
    In der 3. Reihe rechts sehe ich 3 Frauen und in der 5. Reihe, ebenfalls rechts ein ganzes „Nest“ von 5 Frauen, alle mit festlichem weißen Kragen.
    Nicht so auffällig ist jene Frau in der 4. (oder 5.) Reihe links, die ein Megaphon hält.
    Ein sehr, sehr beeindruckendes Bild –
    – aber was hats genützt?

  2. Buongiorno,
    due copie identiche di questa immagine si trovano presso la Biblioteca Cesare Pozzo di Milano, e nell’archivio del giornale dei ferrovieri Cub Rail.
    Lo sciopero venne indetto dallo SFI (Sindacato Ferrovieri Italiani), e si estese a tutto l’Alto Adige, Venezia Giulia e al Trentino; i ferrovieri, in gran
    parte originari di altre regioni d’Italia, protestavano per il taglio di due terzi dell’indennità di trasferta ((diventava impossibile pagare gli affitti e sfamare le
    famiglie nei luoghi di origine) e la mancata costruzione di alloggi, già promessi per poter trasferire sul posto le rispettive famiglie e farle ricongiungere coi trasfertisti. Partirono le rappresaglie: blocco dei salari già maturati, campagna sulla „lesa patria”, serrata di monti di pegno, mense, dormitori, depositi rifornimento viveri, abolizione delcontingentamento della quota individuale di farina agli scioperanti. I pochi treni che circolarono furono condotti da macchinisti navali e ingegneri, per nulla esperti, con danni permanenti alle locomotive. Due krumiri arrivarono a Innsbruck, gli scioperanti del posto li accolsero … a legnate. A Tarvisio, rimasta isolata, i ferrovieri si nutrirono di lumache.
    VENTICINQUEMILA SCIOPERANTI PER VENTICINQUE GIORNI DI SCIOPERO. L’agitazione si concluse con una vittoria completa e l’ottenimento di tutte le rivendicazioni. Il segretario SFI di Fortezza, Adolf Berger, venne espulso dall’Italia per rappresaglia assieme a molti ferrovieri di lingua tedesca. La linea Bolzano-Merano- Malles venne militarizzata.

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