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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Innsbruck – Mechelen (III.)

Innsbruck – Mechelen (III.)

Im Januar 1990 ritt eine historisch gewandete Stafette von Innsbruck aus entlang der beschriebenen Route nach Mechelen. Sechs Monate später folgte der Ritt in die umgekehrte Richtung, die Reiter kamen am 26. Juni in Innsbruck an. Die Strecke von 1.250 Kilometern wurde in je fünf Tagen zurückgelegt, was auch dem historischen Tempo entsprach. Diese beeindruckende Geschwindigkeit konnte natürlich nur durch ein gut organisiertes Netzwerk von Relaisstationen, an denen Pferde und auch die Boten selbst gewechselt werden konnten, erreicht werden. Für einen gewöhnlichen Reisenden nahm dieser Weg beinahe einen Monat in Anspruch und selbst ein einzelner Eilbote konnte die Strecke nur in anderthalb bis zwei Wochen bewältigen. Wichtig zu beachten ist dabei auch immer der Rückweg, über den die Befehle des Kaisers gebracht wurden, nachdem er Informationen über neue Entwicklungen in den Niederlanden erhalten hatte. Unter idealen Bedingungen konnten die neuen Anordnungen Maximilians 10 Tage nachdem der ursprüngliche aus dem Stadttor von Mechelen geprescht war, dort wieder eintreffen. Zuvor hätte dies selbst mit einem Eilboten in beide Richtungen knapp einen Monat in Anspruch genommen.

Die Bedeutung Innsbrucks für Maximilian müssen wir unseren Leser*innen hier nicht lange erklären, aber weshalb war eigentlich Mechelen der Endpunkt der Route in den Niederlanden? Karl der Kühne hatte dort schon 1473 ein Parlement eingerichtet. Die Parlements waren in Frankreich und Burgund kein Parlament im heutigen Sinn, also ein legislatives Organ, sondern Gerichtshöfe (das Nächste Äquivalent zu heutigen Parlamenten wären in diesem Kontext die États généraux oder die Staten-Generaal). Das Parlement von Mechelen war damit so etwas wie der oberste Gerichtshof der burgundischen Niederlande. In habsburgischen Zeiten war diese Institution dann als Grand Conseil oder Groote Raad bekannt. Somit war die Stadt schon ein bedeutendes Zentrum der Verwaltung, als Maximilian 1490 die Route etablierte. Als Margarethe von Österreich, die Tochter Maximilians und Marias, 1507 zur Statthalterin der Niederlande wurde, wählte Mechelen auch als ihre Residenz.

Signatur Münze-5-2

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