Andre aus dem Passeier
Nein, ich muss Sie leider enttäuschen, es geht nicht um diesen Andre aus dem Passeier. Es geht um Andre Yllmer aus dem Passeier und seine Zunft. Yllmer war ein Uhrmacher, der 1558 aus dem Passeiertal nach Innsbruck zog und sich beim Pickentor (am Ende der Seilergasse) niederließ. Er fertigte hochwertige Stücke an, die an fürstliche Höfe in ganz Europa gingen, über eines seiner Meisterstücke wurde bereits einmal geschrieben.
Wie auch die Plattner arbeiteten Uhrmacher bei ihren Prunkstücken meist mit Goldschmieden zusammen. Yllmer überzeugte zusammen mit seinen Berufskollegen Oswald Klosner und Andrä Pächele den Rat, einem Schwazer Goldschmied zu gestatten, sich vorübergehend in Innsbruck niederzulassen. Dem Schmied, Ihremias Spiegl, war nur gestattet, Arbeiten auszuführen, die ihm die Uhrmacher zukommen ließen. Offenbar produzierten die Innsbrucker Uhrmacher also eine beachtliche Zahl von extravaganten Stücken, die die Arbeit des Goldschmieds voll beanspruchten.
Die Uhrmacher bildeten damals in Innsbruck trotz ihrer hochgestellten Kunden noch keine eigene Zunft, sondern gehörten der der Schlosser an. Erst 1706 wurden sie davon abgetrennt. Im Laufe des Jahrhunderts wurden sie wiederum mit den Büchsenmachern vereinigt.
(Signatur KR-NE-3373)