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Hoch Zu Ross In Igls?

Hoch zu Ross in Igls?

Ein Sommertag im Jahr 1901, die Sonne lacht vom Himmel, vom Föhn keine Spur und so sattelten auch diese beiden Reitersmänner ihre Pferde, um einen Ausflug in die Umgebung der Landeshauptstadt zu unternehmen. Ihr Weg führte sie – wenn wir den handschriftlichen Vermerken auf der Rückseite glauben dürfen – nach Igls, wo sie sich dem Fotografen stellten. Allerdings müssen auch solche Vermerke einer Quellenkritik unterzogen wären. In diesem Fall soll es sich bei den zwei Reitern um „Polizisten“ (sic) gehandelt haben. Zweifelos weist der doppelreihige Waffenrock der beiden, zumal beim schnellen Hinsehen, eine starke Ähnlichkeit zu jenen der k. k. Gendarmerie auf; auch die drei goldenen Sterne am Kragenspiegel und die hohe schwarze Offizierskappe sprechen grundsätzlich nicht dagegen, dass wir hier zwei Gendarmerie-Rittmeister vor uns sehen. Allerdings würde die Uniformierung der beiden auch den Schluss zulassen, dass wir es mit zwei österreichisch-ungarischen Generalstabsoffizieren (deren Röcke waren dunkelgrün, mit Kragen und Aufschlägen von schwarzem Sammet und zwei Reihen gelben, glatten Knöpfen jeweils à 8 Stück) zu tun haben. Auch spricht die weiße Reithose eher dafür, dass die Beschriftung auf der Rückseite fehlerhaft ist, denn solche Hosen waren bei der Gendarmerie nicht vorgesehen, aber ein eindeutiger Beleg ist das auch nicht, zumal es in der Monarchie nicht unüblich war, sich auf eigene Rechnung nicht (ganz) vorschriftsmäßige Uniformstücke zu besorgen… aber vielleicht wissen ja die ExpertInnen mehr dazu. Und natürlich ist – bald hätten wir es vorlauter Knöpfe, Krägen und Sternen vergessen – auch die Ortstangabe einer Quellenkritik zu unterziehen. Befinden wir uns tatsächlich in Igls und wenn ja, wo genau?

PS: Vielen Dank an die Kollegen vom Fachzirkel „Exekutivgeschichte“ für ihre Einschätzung!

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-G-26841)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Lieber Matthias,
    als alter ‚Knopfologe‘ kann ich Deiner Verdachtsdiagnose, dass es sich um Hauptleute des Generalstabs handelt, nur zustimmen: Die Ärmelaufschläge beider Reiter schimmern so, wie es nur bei Samt der Fall ist. Darüber hinaus scheinen die Knöpfe wirklich glatt zu sein, was vielleicht mit einer Lupe genauer zu sehen ist, womit Gendarmerie-Offiziere auszuschließen sind, da diese ja auf den Knöpfen die Nummer des Landesgendarmeriekommandos (Tirol und Vorarlberg: ‚3‘) trugen.
    Herzliche Grüße
    Clemens

    1. Lieber Clemens,

      herzlichen Dank für Deine Expertise! Ich habe die Beschreibung in unserer Datenbank entsprechend angepasst 🙂

      Liebe Grüße,
      Matthias

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