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Lokale Wirtschaft V

Lokale Wirtschaft V

Der 1862 im nordböhmischen Sandau (heute Žandov) geborene Zimmermann Heinrich Hocke heiratete am 16. August 1898 in der Servitenkirche zu Volders in zweiter Ehe die verwitwete Gutsbesitzerin in Amras, Anna Scharmer (1852-1935). Warum es Hocke nach Tirol verschlug und wie sich die beiden kennenlernten ist bislang unklar. Gesichert ist aber, dass Heinrich Hocke in weiterer Folge die oben abgebildete Gemischtwarenhandlung in Amras eröffnete. Sehr wahrscheinlich sehen wir Heinrich (mit Pfeife) und Anna (mit Stock) links von ihrem kleinen Laden mit den damals weitverbreiteten Maggi-Werbeschildern.

Inserat aus den Innsbrucker Nachrichten vom 29. September 1921.

Erwähnenswert scheint, dass die kleine Gemischtwarenhandlung in der Zwischenkriegszeit gleich zweimal das Ziel von Dieben wurde. Im November 1922 – als die Inflation in Österreich ihrem Höhepunkt entgegenging – brachen Unbekannte „die Läden des Krämers Heinrich Hocke und des Schuhmachermeisters Josef Mail auf und stahlen: Rauchwaren im Werte von 500.000 K., Lebensmittel im Werte von 250.000 K und andere Dinge im Werte von 200.000 K.“

Ein gutes Jahr später, im Feber 1924, brach die berüchtigte „Bockplatte“ in das kleine Geschäftslokal ein, wie die Innsbrucker Nachrichten im Zuge des Prozesses gegen die Mitglieder dieser Verbrecherbande berichteten. Bei ihrem Einbruch hatten die drei Täter „Tabaksorten, Würste, Schokoladewaren und eine große Flasche Rum, alles zusammen im Werte von beiläufig 300 Schillingen“ erbeutet. „Die Beute wurde vorerst versteckt und nachher, wie bei jedem der früheren und nachfolgenden Diebstähle, unter die Täter, diesmal also Jenny, Bock und Kerian geteilt,“ so die Innsbrucker Nachrichten am 3. Juni 1925.

Heinrich Hocke starb am 18. Oktober 1927 und wurde drei Tage später in Amras beigesetzt. Im Adressbuch 1938 scheint die „Gemischtwarenhandlung des Heinrich Hocke“ zum letzten Mal auf. Die damalige Adresse lautete schlicht „Amras 73“. Das hilft uns jedoch nur bedingt weiter, wenn wir wissen wollen, wo sich dieses kleine Geschäft befand? Aber Sie haben sicherlich die Lösung parat, oder?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Gemischtwarenhandlung Josef Mayr, neben der Metzgerei Hölzl in Amras. Das Haus gibt es noch, auch wenn es äußerlich veändert ist, die Proportionen sind noch i.W. gleich. Hatte immer gut sortierte Süßigkeiten; und ab und zu frisch gefangen Forellen in der Kühltruhe liegen (letzters hat mich eher abgeschreckt).
    N.m.E. die erste von den drei Gemsichtwarenhandlungen und zwei Kiosken in Amras, die wegen des DEZ schließen mussten. Bedingt duch die Mindestbestellmengen bei den Großhändlern konnten die kleinen Läden nicht mehr mithalten und man bekam dann auch dort nicht mehr alles sicher oder eher schon abgelaufen, so dass es dort immer stiller wurde bzw man nur mehr hinkam, wenn man im DEZ was vergessen hatte, was verständlicherweise auch nicht eben freundlich aufgenommen wurde. Anfang der Siebzigerjahre traf man sich jedenfalls noch dort, heute im DEZ. In den Siebzigerjahren kann ich mich erinneren, dass der Name Hocke noch geläufig war und für dieses Geschäft verwendet wurde.

  2. Beim Josef Mayr habe ich als Elektrolehrling immer die Jause für die Monteure und mich gekauft.
    Bei der Frau Herta Hölzl, gleich daneben, bekam man die besten und dicksten Fleischkäsesemmel von
    Innsbruck und das um fünf Schilling.

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