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Es Werde Licht, 1858

Es werde Licht, 1858

1854 gab es in Innsbruck erste Probeversuche durch zwei Ulmer Fabrikanten, Gas für die Straßenbeleuchtung zu nutzen. Drei Jahre später, im Februar 1857, unterbreitete Ludwig August Riediger, ein erfolgreicher Unternehmer aus Augsburg, der Stadt den Vorschlag für ihre Versorgung Holzgas zu produzieren. Weniger als ein Jahr später hatte er den Vertrag in der Tasche und der Bau des Gaswerkes an der Sill hatte begonnen. Noch im selben Jahr wurden die ersten Gasrohre verlegt um die Stadt mit moderner Beleuchtung auszustatten. Die Petroleumlampen, die bisher den nächtlichen Straßen in Innsbruck Licht spendeten wurden nach und nach ersetzt, die letzte war allerdings noch bis 1875 in Betrieb. In diesem Artikel finden sich noch einige Details über die Entwicklung des Gasverbrauchs in Innsbruck.

1885 wurde das Rohrnetz erweitert um größere Teile der Stadt zu versorgen. Die Stadt verhandelte mehrmals mit dem Eigentümer um das Werk zu übernehmen, erstmals 1863, verlängerte dann jedoch einfach den Vertrag mit der Gesellschaft aus Augsburg 1885. Erst 1905 übernahm die Stadt schließlich das Werk. Von lokalen Zeitungen wurde der Anblick der Anlage nicht gerade in den höchsten Tönen gelobt, die große wirtschaftliche Rentabilität wurde ihr jedoch nicht abgesprochen. In den ersten zwei Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts wurde die Anlage umfassend erweitert. Die Nachfrage, u.a. aufgrund der Gasherde in privaten Haushalten, war groß, um das Werk ein wenig zu entlasten übernahm das Elektrizitätswerk die Beleuchtung der Hauptstraßen (erste elektrische Beleuchtungen gab es seit den 1880ern in Innsbruck). In den 60er Jahren sank die Nachfrage stetig, als das Werk 1975 schließlich geschlossen wurde, gab es allerdings im Lichte der ersten Ölkrise 1973 wieder erhöhten Bedarf und es wurde bereits ein neues Gaswerk errichtet, welches mehr als die vierfache Tagesmenge produzierte.

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