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Stadtblick

Stadtblick

Kaiserwetter, keine Wolke am Himmel, angenehme Temperaturen und gute Fernsicht – ideale Bedingungen für eine Panoramaufnahme. Wir sind ein gutes Stück aus dem Stadtzentrum hinausgewandert und stehen nun beim Husslhof, unseren blicken in Richtung Nordosten gerichtet. Unmittelbar vor uns sehen wir die Wiltener Felder, aus denen der 1856 erbaute Hauptfriedhof (heute Westfriedhof) wie eine Insel herausragt. Auch die Höttinger Au (links im Bild) ist noch weitgehend unverbaut. Das gleich gilt für Hötting. Sowohl das Obere als auch das Untere Feld sind noch unverbaut. Vom Landesfriedhof Mariahilf ist nocht nichts zu sehen, d.h. wir bewegung uns zeitlich vor 1881. Bemerkenswert scheint auch, wie das Schneeburgschlössl hervorsticht.

Deatailansicht – Höttinger Au & Hötting.

Wenn wir mit unserem Blick wieder stadtauswärts wandern, so sticht uns zunächst der große Rechen im Inn ins Auge. Auf der orographisch rechten Seite des Inns erkennen wir den Ziegelofen und in einger Entfernung dahinter den Schlauchturm des Feuerwehrmagazins. Schräg vis-à-vis davon – am anderen Innufer – ist auch die Westseite des k. k. Landeshauptschießstandes in Mariahilf zu erkennen.

Detailansicht Ziegelofen.
Detailansicht von Wilten und Innsbruck.

In einiger Entfernung erkennen wir schließlich die markanten Türme der Altstadt, das 1875/76 erbaute Pädagogium und ganz am Rande die Glasfabrik in Wilten. Aber es gibt natürlich noch viel mehr zu sehen und zu entdecken! Und wie immer freuen wir uns, wenn Sie uns an Ihren Entdeckungen teilhaben lassen.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-M-8133)

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare
  1. Ein wunderbar genussreiches Bild zur baulichen Entwicklung Innsbrucks im 19. Jahrhundert!

    Der Spatenstich für den Friedhof Mariahilf erfolgte laut den Innsbrucker Nachrichten im Oktober 1882:
    https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=18821025&seite=3&zoom=33

    Hinter dem Westfriedhof ist das 1881 erbaute Institut für Pathologie bereits zu erkennen, vgl.:
    https://gis.tirol.gv.at/kunstkatasterpdf/pdf/68357.pdf

    Das älteste Haus in der Kaiser-Josef-Straße ist ebenfalls bereits vorhanden. Laut dem Kunstkataster wurde das Haus Kaiser-Josef-Straße 3 in den Jahren 1881-1882 erbaut:
    https://gis.tirol.gv.at/kunstkatasterpdf/pdf/81823.pdf

    Demnach dürfte das Bild auf 1881 oder 1882 zu datieren sein.

  2. Das sogenannte Pädagogium steht auch schon, es wurde 1877 in Betrieb genommen. Nach zahlreichen Namensänderungen wie „Übungsschule“ und „LBA“ hat sich die an den Stadtrand übersiedelte mit dem Namen Pädak wieder an die erste Bezeichnung angenähert. Das ehemalige Pädagogium ist mittlerweile eine normale Mittelschule.

    Rechts dieses Pädagogiums sieht man ein kleines weißes Türmchen mit Gartenmauer. Es dürfte sich dabei um das damals noch bestehende Servitenstöckl gehandelt haben.

    Die Hauptaufmarschrichtung für Begräbnisse scheint man, der pompösen Friedhofsalle nach zu schließen, anfänglich aus Richtung Innrain geplant zu haben. Bis zum Bau der neuen Chirurgie war sie eine ungewollte Direttissima von der Uni zu den Gräbern.

    Interessant, auch wenn man es schon irgendwann einmal gelesen haben mag, ist, daß die Kliniken der dort in zweckmäßiger Nachbarschaft zum Friedhof gebauten Anatomie hinaus nachgefolgt und nicht gleichzeitig entstanden sind.

    Was mir noch als bekannte Landmarke auffällt, ist das alte dreistöckige Einzelhaus am Innrain, welches all die Jahre überlebt hat und heute noch fast unverändert stehengeblieben ist. Keine die Diagonale der Urbanität verspannende Glaskäfigaufstockung, nicht einmal ein Dachausbau. Möge es noch lange erhalten bleiben und in 40 Jahren den Abriß der baufällig gewordenen Universitätsgebäude in seiner Nachbarschaft erleben.

    Schade, daß die Aufnahmen eine derart schlechte Auflösung haben, sonst gäbe es wohl auch in weiterer Entfernung viel zu sehen. Ich nehme an, daß das Original wie die meisten Fotografien aus jener Zeit lupenscharf ist. Man sieht hauptsächlich den Zaun, den Hut und die Rumerspitze.

  3. Die Grenze zwischen den schräg zum Inn und den rechtwinklig dazu angelegten Feldern und Äckern markiert in etwa den späteren Verlauf der Mittenwaldbahn.

    1. Unmittelbar rechts der Hofkirche sehe ich den Turm der Spitalkirche, unmittelbar links der Jesuitenkirche ist der schlanke Hilfsturm, der bis zum Kuppelbau auf dem rechten (hier: Linken) Turmstumpf montiert war.
      Die Servitenkirche sieht man deutlich rechts hinter dem Pädagogium. Über dem rechten Flügel der Schule glaube ich einen weiteren Turm erkennen zu können.

        1. Das sagen.at Forum zeigt eine Ansichtskarte mit den alten Türmen. Wann der Holzstumpf errichtet worden ist, hab ich jetzt nicht eruieren können, die Fischnalerchronik berichtet aber, daß wegen der Brandgefahr schon 1896 der dringende Ruf nach Beseitigung dieser Holzkonstruktion (die damals also wesentlich älter gewesen sein kann) und einer baumeisterlich adäquaten Vollendung der Türme.

          http://www.sagen.at/fotos/showphoto.php/photo/50723/size/big

        2. Zur Datierung: !879 wurde der Bau der Pathologie beschlossen, 1880-1883 erfolgte die Planung und schließlich der Baubeginn der Spitalsanlagen.
          Bis das Pathologische Institut wie am Bild als, wie ich es sehe, fast fertiger Rohbau zu sehen war, und man andererseits vom neuen Spital nicht einmal ansatzweise Bauarbeiten erkennen kann, bleiben als Fotodatum nur mehr die Jahre zwischen 1881 und 1883, evtl. 1884. Spätestens dann hätte man etwas von den Bauarbeiten an den Spitalspavillons sehen müssen.

  4. Ich glaube, dass man links von der ehemaligen LBA (‚hinter‘ der Anatomie) sogar die ITV- Turnhalle sieht. Da die ITV Webseite derzeit ‚in Reparatur‘ ist, habe ich keine Bestätigung hierfür gefunden. Aber in den Innsbrucker Nachrichten vom 14.9.1880 gibt es die Einladung zur Hauptversammlung, in der die Vorkehrungen zur Einweihung der Turnhalle beschlossen werden sollen. Wann diese dann tatsächlich stattfand, bitte ich Herrn Auer – dem Profi – zu suchen.

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