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Selten So Gesehen

Selten so gesehen

Wieder einmal ein etwas unscharfes Bild aus der Sammlung von Walter Kreutz. Ein längeres Haus, offenbar mit einigen Geschäften. War jemand aus der LeserInnenschaft da vielleicht selber einmal einkaufen?

Einigermaßen verloren hängt ein einsames Straßenlaternchen über einer doch recht mächtigen Straße. Vielleicht dient sie aber auch nur als Orientierungshilfe für den darunter stehenden Wachmann.

Kurios und durchaus entlarvend ist das Schattenspiel auf der Westwand.

Wer den Ort schon erkannt hat, kennt auch den Terminus ante quem.

Wer kann uns mehr zu dieser Aufnahme sagen?

(Sammlung Kreutz)

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare
  1. Wahrscheinlich wurde dieses Gebäude zusammen mit der Brücke abgerissen. Der Gastgarten vom Dollinger lässt jedenfalls grüßen – da besitze ich ein Foto von mir beim Kracherle trinken aus dem Jahre 1941!

  2. Das Schattenspiel an der Westfassade verrät die Plattform, die zur Demontage des nördlichen Widerlagers der Kettenbrücke errichtet wurde. Aufnahmejahr demnach 1938. Hier das Pendant am südlichen Ende der Brücke. https://austria-forum.org/af/Bilder_und_Videos/Historische_Bilder_IMAGNO/Innsbruck/00442447

    Das Haus ist auch im Beitrag „Innsbrücken“ vom 19. August 2022 zu sehen. Die Anschrift hätte mich interessiert, konnte ich aber nicht herausfinden. Ebenso ist der Name des kleinen Ladens, vor dem ein Mann sich gerade eine Pfeife anzündet, für mich nicht zu entziffern. Lt. Adressbüchern hieß die Haller Straße noch bis einschließlich 1940 Andreas-Hofer-Straße. Ins AB von 1941 hat es dann weder die (Mühlauer) Andreas-Hofer-Straße noch die Haller Straße geschafft.

  3. Danke an die Herren Stefan R. und Roilo für die hilfreichen Hinweise! Man sollte halt öfter mal in den alten Innsbruck erinnert-Beiträgen suchen. Hätte mir in diesem Fall einiges an Zeit erspart. Die Gegend war ja durch den GH Dollinger klar erkennbar, ich bin aber zunächst an den in diesem „Kreuzungsbereich“ wechselnden Hausnummern und Straßenbezeichnungen gescheitert. Abgesehen von den ursprünglichen Mühlauer Nummern – noch ohne Straßennamen – kamen in den Adressbüchern die Andreas-Hofer-Straße, Haller Straße, Anton Rauch Straße, Reichsstraße und der Hohe Weg vor.

    Ein Artikel im Allgemeinen Tiroler Anzeiger vom 17. November 1937 hat mir dann endgültig Klarheit verschafft. Es heißt hier:

    „Vier Häuser werden abgerissen. In Mühlau müssen bekanntlich die Häuser Andreas-Hofer-Straße 3 und 5 (die Häuser rechts von der Auffahrt zum Badhaus), sowie die Häuser Nr. 2 und 4 (zwischen Lokalbahnbrücke und Kettenbrücke) fallen. Die Parteien und Geschäfte, darunter auch das Postamt, müssen bis M a i 1938 die Räume verlassen. Bis dahin sind für den Brückenbau nur Vorbereitungsarbeiten zu erwarten; erst nach Abbruch dieser Gebäude wird mit vollem Einsatz am Brückenbau selbst gearbeitet werden können. Die Lokalbahnbrücke bleibt am längsten erhalten. Die Übertragung der Geleise auf die neue Brücke erfolgt in den ersten Monaten des Jahres 1939, also knapp vor dem angesetzten Eröffnungstermin der neuen Brücke, die bekanntlich anfangs Mai 1939 dem Verkehr übergeben werden soll. R. Sp.“

    Das östliche der beiden Gebäude, mit Tabak Trafik und angebauter Remise, hat die Adresse Andreas-Hofer-Straße 4, vormals Mühlau Nr. 90. Besitzerin: Lokalbahngesellschaft Innsbruck – Hall i. T..

    Als Besitzerin des Hauses Andreas-Hofer-Straße 2, vormals Mühlau Nr. 82, wird in den AB Kreszenz Prantl geführt bzw. in der Folge Geschwister Prantl (Kreszenz und Franziska) u. zw. von 1910 bis 1939 (später Andreas-Hofer-Straße 3 und Haller Straße 1). Bis 1929 wurde die Kolonial- und Spezereiwarenhandlung von Franziska Prantl betrieben, danach gab es wechselnde Pächter (Leopold Katzengruber, Wilhelm Rasberger, Johann Rauch (?), Josefine Mayerl). Auf der hier abgebildeten Postkarte von 1918 ist das Prantl-Firmenschild gut zu sehen https://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/tirol/innsbruck/hungerburgbahn.html

    Der Vorname AUGUST auf dem verlinkten „Persil-Maennchen-Bild“ gehört zum Elektrounternehmer NONES, der lt. AB von 1927 bis 1939 hier firmierte (später ebenfalls Andreas-Hofer-Straße 3 und Haller Straße 1). Dieses Bild könnte man aufgrund der kurzen Anwesenheit der Kolonialwarenhandlung Wilhelm Rasberger (Dez. 1936 bis Juni 1937) ziemlich genau auf das 1. Halbjahr 1937 datieren, es sei denn, das Firmenschild wurde nicht unmittelbar nach der Geschäftsauflösung entfernt.

    Das Titelbild entstand höchstwahrscheinlich im ersten Halbjahr 1938. Der Abbruch begann am 21. Februar 1938, ca. 6 Wochen wurden dafür anberaumt (Beitrag „Das Ende eines Wahrzeichens“ vom 3. Okt. 2020). Selbst wenn man mögliche Verzögerungen berücksichtigt denke ich, dass sich das geschätzte Aufnahmedatum ausgeht.

    Weitere Bilder zu diesen Häusern bzw. deren unmittelbarer Umgebung finden sich in den Kalender-Ausgaben der Freiwilligen Feuerwehr Mühlau: 2005/Mai, 2008/Juli, 2011/Nov., 2012/März, 2013/Juli, 2014/Nov., 2016/Okt., 2017/Aug. + Sept., 2018/Sept.+Okt., 2019/Jän., 2021/Sept., 2022/Juli. https://www.feuerwehr-muehlau.at/CMS3/wp-content/uploads/2010/08/FFM-Kalender_2005mon-1.pdf

    Für technikaffine Leser*innen ist sicher der gesamte Artikel zum Baubeginn interessant, von der Baustelleneinrichtung im Dollinger-Gastgarten über eineTunnelbohrung und 2 Notbrücken, etc. ist die Rede: Tiroler Anzeiger vom 17. November 1937, Seite 5, „Die Axt ist angelegt“

    Und auch hier wird über die Abtragung der Kettenbrücke und den Beginn der Bauarbeiten für die neue Mühlauer Brücke inkl. provisorischer Verkehrsführung berichtet: Tiroler Anzeiger vom 19. Februar 1938, Seite 7, „Die Kettenbrücke wird abgetragen“

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