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Seiner Majestät Unterseeboot (IV.)

Seiner Majestät Unterseeboot (IV.)

Österreich-ungarisches Unterseebot torpediert japanischen Zerstörer

Nicht wirklich eine Überschrift die man erwarten wurde. Doch im Juni 1917 wurde sie gedruckt, nachdem zwei japanische Geschwader ins Mittelmeer entsandt wurden, um auf Wunsch Großbritanniens britische Transporte zu eskortieren.

Angeführt vom Kreuzer Akashi, segelten die Zerstörer Ume, Kusunoki, Kaede, Katsura, Kashiwa, Matsu, Sugi und Sakaki im April 1917 durch den Suezkanal nach Malta – zwei Monate später folgten weitere 5 japanische Schiffe. Das Verhältnis zwischen den anderen alliierten Kommandeuren und denen der japanischen Marine war oft gespannt; aber wie ein Kommentar von Admiral George Alexander Ballard zeigt, gab es zwischen allen Verbündeten gewisse Vorbehalte – v.a. die Briten hielten scheinbar oft nicht allzuviel von ihren Mitstreitern zu See:

„French standards of efficiency are certainly lower than British, however, and Italian standards are lower still. With the Japanese it ist otherwise. […] The Japanese moreover are very independent in all matters of administration and supply whereas the French will never do anything for themselves if they can get it done for them“[1]


[1] Zitiert nach: Timothy D. Saxon, Anglo-Japanese Naval Cooperation 1914–1918, in: Naval War College Review, Vol. 53, No. 1.

Die Sakaki war ein etwas über 800 Tonnen schwerer Zerstörer der Kaba-Klasse, die, ebenso wie ihre Schwesterschiffe, erst nach Kriegsbeginn gebaut wurde. Anfang Mai begleitete die Sakaki zusammen mit der Matsu die Transylvania, die dabei von einem deutschen U-Boot versenkt wurde. Die Schiffe blieben bei dem sinkenden Transporter um die Überlebenden aufzunehmen – bei einem U-Boot Angriff eine gefährliche Sache, da die helfenden Schiffe natürlich damit selbst zum Ziel wurden. Doch es gelang die meisten der Überlebenden aufzusammeln ohne getroffen zu werden. Die Japanische Marine eskortierte insgesamt beinahe 800 alliierte Schiffe durch das Mittelmeer im Laufe des Krieges. In Folge des strengen Ehrenkodex der Japaner begingen dabei mehrere Kommandeure rituellen Selbstmord als von ihnen eskortierte Schiffe versenkt wurden.

Einen Monat nach der Versenkung der Transylvania wurde die Sakaki dann selbst das Ziel eines U-Boot Angriffs. Am 11. Juni führte der Linienschiffleutnant Robert Teufl von Fernland sein U-Boot, U-27, auf nur 200 Meter an die Sakaki heran, als diese ein weitere alliiertes Schiff eskortierte. So nah herangekommen feuerte er einen Torpedo ab, der zwischen den Schornsteinen des Zerstörers einschlug. Das Schiff wurde schwer beschädigt und 67 Mann (wobei die Besatzung insgesamt nur 92 Mann betrug), einschließlich des kommandierenden Offiziers, wurden getötet. Der Zerstörer konnte noch in den Hafen von Piräus geschleppt werden.

Robert Teufl von Fernland erhielt im folgenden Monat den Orden der Eisernen Krone III. Klasse mit Kriegsdekoration (ein grün emaillierter Lorbeerkranz) und Schwertern für seine Erfolge als U-Boot Kommandant.

(Signatur 04.04.03.01_Sommer19_69)

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