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Raritäten Aus Der Sammlung Kreutz – IV

Raritäten aus der Sammlung Kreutz – IV

Ist das das Anfang vom Ende oder das Ende des Anfangs? Nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Armee 1918, ließen die aus dem Süden zurückflutenden Soldaten ihr Kriegsgerät einfach zurück. Anfangs konnte man das Material noch an die Innsbrucker Geschäftsleute verkaufen, aber binnen kurzer Zeit war es einfach Altmetall. Das ließ die Innsbrucker nicht zögern plündernd über das Kriegsmaterial hinwegzuziehen: Die Räder, der Motor und viele weitere Bauteile waren interessant oder man konnte sie zumindest verkaufen.

Dass das in diesem Falle gerade vor den Läden des ehrbaren Friseurs Alois Müller und des sicherlich auch ehrbaren Uhrmachers Max Frick stattfindet, ist für diese sicherlich ärgerlich. Um zu überleben musste man in dieser neuen Zeit immer parat sein.

Wer hat dann am Ende eigentlich dafür gesorgt, dass die Wracks auch wirklich entsorgt wurden?

Und zum Schluss fragen wir uns wieder einmal: Wo gehen wir um?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck)

Dieser Beitrag hat 19 Kommentare
      1. Wobei die heute bezüglich der Fassade symmetrisch angebrachten Kugeln unter den Fenstern 1 und 4 damals nur unter der einem Fenster zu sehen waren. Auch die Simse unter den Fenstern waren früher ein wenig schlichter.
        Das Haus, dessen Abriss zugunsten einer projektierten, das ganze Geviert verschlingenden „Wiltener Servicezentrale“ schon angedacht worden ist, wurde glücklicherweise statt dessen dann doch renoviert und die visonäre Servicezentrale geht niemandem ab. Im Zuge dessen hat man wahrscheinlich auch die Symmetrie der Kugeldekore wieder(?) hergestellt, die Fenstersimse hat man um eine Leiste üppiger nachgebaut. Der Uhrmacher war dann an der Ecke (zuletzt Andreas Huber) , heute ist dort seit ein paar Jahren ein Espressomaschinenspezialist.
        Der Hosta Imbiss ist schon farblich eine Edelwatsche.

  1. Der Uhrmacher Max Frick starb bereits 1922 im Alter von 45 Jahren.
    Er war Landfahrspritzen-Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck, 6. Kompagnie, sowie Mitglied des Männergesangsvereins Wilten!

  2. Dieses Bild ist auch eine Reminszenz an den berühmten Fotografen Richard Müller: Der Friseur Alois Müller war nämlich sein Vater!
    Richard Müller, geboren am 17. Oktober 1884 in Wilten als Sohn des Friseurs Alois Müller und der Julie Kasperowsky, war von Beruf Friseur und Photograph. Eine ungewöhnliche Kombination. Er arbeitete einige Zeit als Friseur in Pradl, bevor er sich ganz der Fotografie widmete.
    Bereits 1912 verkaufte er sein Friseurgeschäft in der Defreggerstraße 28 neben der Apotheke an den Friseur Rudolf Stepanek.

    1. Eigenartig finde ich auch die Richtung des Sonneneinfalls.
      Das müsste dann ja schon fast eine Mitternachtsonne gewesen sein?

  3. Hier ist das alte Symbol für Friseure – eigentlich ihr Zunftzeichen – gleich doppelt vorhanden. Viele dieser messingfarbenen Scheiben, die ein Rasierbecken aus der Bader- und Wundarztzunft darstellen sollen, sieht man inzwischen nicht mehr. Außer in diesem Blog ;-). Heute haben Frisieursalons oftmals so phantasievolle Namen wie „Haircut“, „Haarlekin“, „Haargenau“, „Hauptsache“… . Kamm und Schere haben das einstige Becken, in dem der Rasierschaum aufgeschlagen wurde, als Symbol abgelöst.

  4. Hallo Herr Roilo und Herr Rangger,

    das Rätsel der Sonneneinstrahlung ist wie folgt lösbar: das Fahrzeug steht nämlich nicht in der Leopoldstraße, sondern am Wiltener Platzl! Rechts ist die Eingangstür des Hauses mit einem Kellerfenster. Auf der Hausseite zur Leopoldstraße gibt es keine Kellerfenster.

    Die Sonne scheint von Westen!

    1. Ich hatte erst jetzt Zeit, in den Computer zu schauen und musste richtig lachen! Wie einfach oft Lösungen wären, man müsste nur sein Hirn ein bissl einschalten und um die Ecke schauen. Nun passt alles – danke (wenigstens Leopoldstraße 27 hat gestimmt!)

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