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Packt An!

Packt an!

Dieses Kommando läutete das Ende der Lehrzeit der Buchdrucker:innen und Schriftsetzer:innen ein. Und war zugleich der Beginn der Gautschfeier, mit der Wassertaufe als Höhepunkt. Der Name leitet sich von der manuellen Papiererzeugung ab. Dabei wird das feuchte Büttenpapier vom Sieb auf ein Trockenfilz abgelegt und gepresst. Dieser Vorgang nennt sich Gautschen. Um bessere Ergebnisse zu erhalten, befeuchteten die Buchdrucker die Papierbogen vor dem Druck.


Beim traditionellen Gautschakt gehören neben dem Gäutschling (auch Kornut genannt), der Gautschmeister (meist der Lehrherr), mehrere Packer sowie der Schwammhalter dazu. Auf das Kommando „Packt an!“ wird der Lehrling von den Packern eingefangen und zur Bütte, meist ein Bottich oder ein Brunnentrog, geschleppt und dort auf einen nassen Schwamm gesetzt. Anschließend übergießt der Schwammhalter den Absolventen mit einem Eimer voll mit kaltem Wasser, ehe der Kornut von den Packern in die Wanne getaucht wird. Damit wird er von seinen „Sünden“ (der Lehrzeit) reingewaschen. Mit dem Freispruch erfolgt die Aufnahme in den Stand der Gesell:innen. Als Bestätigung, dass sich der Gäutschling der Zeremonie unterzogen hat, bekommt der Gäutschling einen kunstvoll gestalteten Gautschbrief.

Bei diesem Spektakel werden oft die Packer nass. Manchmal auch die Zuschauer:innen.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph/A-24429-3, um 1935)

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