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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Olympische Reminiszenzen: Zwischen Doping & Terror

Olympische Reminiszenzen: Zwischen Doping & Terror

Wie Sie dem heutigen Titelbild entnehmen können, handelt es sich um die Sonderausgabe der Tiroler Tageszeitung zu den Olympischen Winterspielen von vor genau 50 Jahren. Der Vordruck aus der Zeitung des Folgetages steht für das Interesse der Bevölkerung an topaktuellen Informationen, lange bevor man alle Geschehnisse in Echtzeit im Internet mitverfolgen konnte.

In großen Lettern springen die Worte „Doping“ und „Terror“ ins Auge, wohl nicht gerade die beiden Begriffe, die einem in der Rückschau auf die Olympischen Winterspiele von 1976 als allererstes in den Sinn kommen. Aber dennoch zwei Bereiche, die die Spiele prägten – und die deshalb auch in unserem brandneuen Buch thematisiert werden.

Die 1960er-Jahre brachten eine zunehmenden Professionalisierung und – vor dem Hintergrund des Kalten Krieges – Instrumentalisierung des Sports mit sich. In der Folge arbeitete das IOC eine Anti-Doping-Strategie samt Listen mit verbotenen Substanzen und ersten systematischen Dopingkontrollen. Auch wenn die TT Franz Klammer von jedem Verdacht freisprach – selbst er musste zur Kontrolle, was sich angesichts der Euphorie um seine Person gar nicht so einfach gestaltete. Innsbruck 1976 sollte eine unrühmliche Premiere erbringen: „Erstmals wurden nach den Sommerspielen 1972 auch bei Winterspielen Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestimmungen nachgewiesen“, so David Müller in seinem Beitrag.

Angesichts des Terroranschlags bei den Sommerspielen 1972 in München und der OPEC-Geiselnahme in Wien zu Jahresende 1975 war die Sicherheit der Athletinnen und Athleten ein zweites großes Thema, das die Spiele überschattete. Zäune, Großaufgebot an Armee und Polizei sowie peinliche Sicherheitskontrollen gehörten zum Alltag, wie Wolfgang Meixner sowie Heather Dichter und Sarah Teetzel in ihren Beiträgen aufzeigen. Der TT-Artikel verdeutlicht, dass auch die lokale Bevölkerung für diese Problematik sensibilisiert war und bei Verdachtsmomenten die Exekutive alarmierte.

(Tiroler Tageszeitung, Sonderausgabe vom 6. Februar 1976)

Buchtipp: Joachim Bürgschwentner, Matthias Egger, Wolfgang Meixner (Hg.): Olympische Winterspiele in Innsbruck. Vorgeschichten – Bedeutungen – Nachwirkungen. 34,90 €. Erhältlich u. a. im Stadtarchiv/Stadtmuseum und in unserem Online-Shop

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Daran kann ich mich erinnern, das war damals ein ziemlicher „Skandal“, dass während Olympia geradezu „marktschreierisch“ TERROR auf der Titelseite stand (man bedenke, RAF-Zeit!), und im Text offenbarte sich dann, dass ein PKW sowohl den „A“ als auch den „ D“ Aufkleber kleben hatte.
    Ziemlich terroristisch also.

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