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Noel 1949

Noel 1949

Weihnachten ist auch immer auch eine Zeit des Schenkens – und auf diesem Bild gibt es ganz schön viele Geschenke. Leider sind die Informationen zu dem Bild in unserer Datenbank recht spärlich. Es stammt aus einem Album, dass von der französischen Militärverwaltung in Innsbruck angelegt worden ist und überwiegend Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Militärverwaltung bei ihrer Tätigkeit festhält. Auf dem Bild wurde laut Beschreibung im Album die „Fabrication colis de Noel (Innsbruck)“ festgehalten, es handelt sich also um Soldaten der französischen Militärverwaltung in Tirol, die für das Weihnachtsfest 1949 Geschenke verpacken. Die Datierung ergibt sich aus der Aufschrift auf den gestapelten Geschenken im Hintergrund („Noel 1949“).

Aber für wen sind all diese Geschenke wohl? Zunächst hatte ich gedacht, dass die französische Militärverwaltung damit Waisenkindern oder benachteiligten Gruppen der Tiroler Bevölkerung etwas gutes tun wollte, zumal das französische Militär unter Oberbefehlshaber Marie Emile Bethouart nicht als strafende Besatzung, sondern als freundschaftliche Wiederaufbauhilfe auftreten wollte. Da ich in Tageszeitungen für die Weihnachtszeit 1949 aber lediglich die Meldung fand, dass die besten Französisch-Schüler*innen der Innsbrucker Gymnasien mit französischen Büchern beschenkt wurden, bin ich von dieser Annahme abgegangen. Ich gehe deshalb eher davon aus, dass die jungen Herren für ihre Kameraden und die Zivilbeamt*innen der französischen Militärverwaltung Geschenke verpackten. Auch die Zigarettenpackungen, die offensichtlich ein Teil des Geschenks waren, passen nicht wirklich für Geschenke an Kinder. Was die Soldaten sonst noch einpacken, konnte ich leider nicht erkennen. Sind es Socken? Vielleicht habe Sie ja besser Augen oder haben eine gute Idee?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum PH-A-6105-10)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Ich hätte zu den damaligen (Kriegs-) Waisenkindern gehört und ich kann mich auch noch erinnern, Weihnachtspakete erhalten zu haben, ich weiß allerdings nicht von wem und wer die aller erhalten hat. Ich bilde mir auch ein, sie waren größer wie diese Schachteln auf dem Titelbild, einmal war es sogar ein geflochtener Holzkorb.
    Der Inhalt bestand oft aus Armeeverpflegung der Amerikaner. Da gab es z.B. Trockenmilch und auch so Schächtelchen mit Eipulver, das man mit Wasser anrührte und dann ein Rührei draus machen konnte. Das Besondere an diesen Schächtelchen war, dass sie mit einer Wachsschicht überzogen waren, die wir abkratzten und Kerzen draus machten. Verschiedene Konserven erhielten wir auch, von Fisch bis Fleisch (Corned Beef, auch Fleisch mit Gemüse). Nicht vergessen darf ich die leckeren Marmeladewürfel! Wir hatten ja sonst keine Süßigkeiten!

  2. Noch eine Besonderheit aus dieser Zeit: Die „Ausspeisung“ in der Schule! Ich besuchte ab dem Schuljahr 1946 / 47 das Gymnasium in der Angerzellgasse. Während der großen Pause wanderten wir alle hinunter in den ersten Stock vor dem Konferenzzimmer, ausgestattet mit einem kleinem Emailhafen und einem Löffel. Da warteten schon Frauen hinter großen Töpfen und man bekam einen Schöpfer heißen Grießbrei mit Kakao, jeden Schultag das Gleiche! Man sagte, dass dies die Schweizer spendierten!

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