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Neues Album, Neues Glück XIII

Neues Album, neues Glück XIII

Und noch ein winterlicher Schnappschuss aus unserer Glasplattensammlung. Fototechnisch keine Glanzleistung, irgendwie ist hier alles schief – aber trotzdem gibt es wie immer ein paar interessante Details zu entdecken, die uns auch zu einer Datierung verhelfen können. Am Boden sehen wir noch einiges an klassischem Innsbrucker „Straßen-Gatsch“, offensichtlich hat es am morgen des Aufnahmetages geschneit. Aus aktuellem Anlass sucht das LeserInnen-Auge daher nach dem Ungetüm von Christbaum, das seit 1934 zur Weihnachtszeit jährlich vor dem Goldenen Dachl platziert wird – dessen Fehlen könnte theoretisch Hinweis auf einen früheren Aufnahmezeitpunkt sein (Betonung auf theoretisch, bevor mir jetzt LeserInnen zu erklären versuchen, dass es auch zu Christbaum-freien Zeiten wie im September oder April schneien kann). Auch sind wir offensichtlich noch in einem Zeitalter, in dem jedermann „gut behütet“ aus dem Hause ging (danke Hr. Josef Auer, ich „leihe“ mir diesen Begriff, den Sie beim letzten Beitrag dieser Serie im Kommentar verwendeten, jetzt mal von Ihnen aus). Die Leiterwagen auf der Straße wirken auch noch recht altertümlich – ich tippe also auf die 1920er Jahre. Gänzlich unklar ist mir der Zweck der rechts aus der Hauswand ragenden Balken.

(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-Pl-1782-142)

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare
  1. Ein wunderbares Bild, vielen Dank für dieses herrliche Foto, liebe Frau Fritz!
    Es gibt in der Tat eine ganze Reihe von Indizien für die Datierung:

    Links sieht man den Trautsonbrunnen vor der Restaurierung, es fehlt nämlich die Spitze der Säule.

    Im Hintergrund sieht man sogar noch die große Gaslaterne vor dem Goldenen Dachl.

    Es fehlt auch noch das Bronze-Brünnlein von Hans Andre gleich unterm Goldenen Dachl. Dieser Brunnen mit einer Engelsfigur stammt von 1934, was auch für eine Datierung vor 1934 spricht.

  2. Die „Balken“ rechts erfüllen die selbe Aufgabe wie die linkerhand ganz oben: Regenwasserableitung. Ich interpretiere sie als Rohre.

  3. Das „altertümliche“ Fahrzeug rechts würde ich nicht als Leiterwagen bezeichnen, das charakteristische waren ja die leiterähnlichen Seitenwände, die man oft auch abnehmen konnte, je nachdem was man laden wollte. Sie waren zweiachsig und mit einer Deichsel, es gab sie in kleiner Ausführung zum Ziehen durch einen Menschen („Leiterwagele“) oder in größerer Ausführung für einen tierischen Vorspann.
    Dieses Fahrzeug hier war bei uns ein „Gratten“ – wir hatten daheim in Pradl einen solchen. Es war ein sehr tückisches und für uns Kinder auch sehr gefährliches Gerät.

    1. Interessante Anmerkung. Ich komm aus der Generation, in der ein „Grattn“ höchstens noch ein nicht mehr ganz neues Auto bezeichnet…

      1. Als es die Gratten / Grattn nicht mehr gebraucht und nicht mehr gegeben hat hat, musste für dieses Wort ein neues, auch gefährliches Ding gesucht werden. Die Bezeichnung „so ein alter Grattn“ hat es aber früher schon auch gegeben, nicht nur für Fahrzeuge!

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