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Einige Jahre Nach Dem Krieg…

Einige Jahre nach dem Krieg…

… war der Wiederaufbau in vollem Gange, aber die meisten unmittelbaren Kriegsschäden waren schon aus dem Stadtbild verschwunden. Gelegentlich reicht es bereits für ein erstes privates Automobil. Aber das ist noch die Ausnahme.

Hier sehen wir wohl einen ehemaligen Bombentreffer, der durch einen biederen Neubau ersetzt wurde. Stilistisch würde ich auf Frohwalt Lechleitner als Architekt tippen. Aber ich habe das jetzt nicht geprüft.

Irgendwie macht diese Aufnahme einen beeindruckend trostlosen Eindruck. Rechts am Rand dürften mehrere Menschen unter einem Baum auf einer Bank sitzen, aber es ist Alles irgendwie leblos und unbelebt. Warum eigentlich? Die Zeit ist ja inzwischen schon wieder viel besser, es herrscht Frieden und mit dem Wohlstand geht es auch bergauf.

Am linken Bildrand hat die verehrte LeserInnenschaft schon den Sitz eines zu dieser Zeit recht bekannten Unternehmens. Diese Branche ist inzwischen beinahe ausgestorben. Oder?

Hat sich in der Gegend bis heute was verändert?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum)

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Lieber Lukas, hier gibt es zumindest noch Potenzial. Heute ist dieser Ort einfach laut, hektisch und architektonisch um Vieles schlimmer – finde ich. Ich muss ja aber auch keine „Weltstadt“ planen und darf einfach der einfacheren Vergangenheit huldigen.

  2. Vorne sieht man die kurze Verbindungsstraße zwischen den beiden Innrain-Einbahnen hinter der Johanneskirche, deren efeuumrankte Rückseite man noch am linken Rand erahnen kann. Im Rücken das Gasthaus Innrain, jetzt auch ein Allerwelts-Gyros&Sufflaki-Wirt. Die Tiroler Grphik war ein Unternehmen für Unternehmer. Prospekte für Gewerbetreibende waren das Hauptgeschäft, aber es gab auch schöne Bildbände, die natürlich auch dem Tourismus dienten. Ich war als Kind einmal „Kunde“. Ich hab mich damals schon für die Flugzeuge interessiert und wußte, daß die Tiroler Grafik einen Prospekt des Flughafens gedruckt hat. Zusammen mit einem kongenialen Freund ging ich hin und wir zwei dreisten Piepen bekamen – Ausnahmsweise! – das begehrte Druckwerk.

    Übrigens: Wenn man auf dem Foto links hinschaut, sieht man hinter der Stange des Halteverbots(?) einen niederen Bau, keine Bombenbaracke, das war ein Altbau, wie das Graphikhaus vermutlich auch (?). Dort war auch ein Geschäft, welches wirklich allen Bevölkerungsschichten diente: Der Samen Thalhammer. Vom Petersiel- und Schnittlauchsamen für den Küchenbalkon angefangen konnte man dort das selbe reiche Angebot nutzen wie später nur mehr beim Flossmann in der Stainerstraße.

    Die vermeintliche Öde ist der damals noch nahezu autofreien Stadt geschuldet. Und die Menschen waren am Arbeitsplatz zu Hause oder im Geschäft. Auf den Straßen war untertags (und erst recht nachts) wenig los. Und wenn dort jemand zu Fuß ging, flanierte er lieber auf der grünen Mittelinsel die sich von der Kirche bis zu den Ursulinen erstreckte.

    Netter als der jetzt dort stehende geschleckte Bau mit seiner polierten Küchenarbeitsplattenfassade. Dort war einmal ein Gasthaus, der nach Abriß des alten Haymon dorthin geflüchtete Wirt betrieb dort mit samt seinem Haymonpersonal das Schnitzelparadies.

    1. Den Thalhammer kenn ich nur vom Namen her, der Flossmann in der Stainerstraße lag uns etwas näher. Es war ja damals so, dass ein Pradler in die Stadt musste, um Samen zu kaufen, bei uns gab so etwas nicht – dafür hatten wir sicher mehr Gärten wie die Stadtler!

      Ich kann mich noch gut an das Geschäft erinnern, an die Kistln mit den Knollen für die Begonien, die man schon im Jänner kaufte um sie dann ab Feber im Haus vorzutreiben, an die hohe Wand mit den unzähligen Ladelen, vorne ein leeres Samensackele draufgeklebt. War auch ein Einkaufserlebnis! Irgendwann kamen dann die Holländer mit ihrem Versandhandel und nahmen dem Flossmann das Blumenzwiebelgeschäft weg.

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