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Habsburger Im Getümmel

Habsburger im Getümmel

Auch gekrönte Häupter sehnen sich nach Privatsphäre und reisen daher gelegentlich inkognito. Gerne bedienen sich sich dabei auch eines unauffälligen Titels (die meisten Monarchen haben ja genug davon zur Auswahl). So griff etwa Kaiser Franz Joseph bei privaten Reisen auf den Titel Graf von Hohenems zurück, den er auch rechtmäßig führte, der aber nur im großen Titel des österreichischen Kaisers aufschien. Freilich wurde der Monarch dennoch bald erkannt …

Bei einem Besuch in Innsbruck gelang es dem Kaiser jedoch, sich völlig unerkannt unter das Volk zu mischen, wie unser Titelfoto zeigt. Tarnung ist alles, wird er sich wohl gedacht haben. Da Franz Joseph sowieso meistens eine Uniform trug, hat er sich die in Innsbruck omnipräsente Kaiserjägermontur ausgesucht und sich vor der Hofburg unter die flanierenden Offiziere gemischt. Die Tarnung glückte offenbar so gut, dass dieser Kaiserbesuch in keiner Quelle erwähnt wird … oder hatte da jemand aus dem Stadtarchiv seine Finger im Spiel???? Das wäre gut möglich – Sie kennen uns ja inzwischen 😀

Bevor wir uns darüber lange den Kopf zerbrechen, halten wir doch lieber Ausschau nach dem hohen Herren. Haben Sie den Kaiser schon erspäht? Ja? Leider ist damit das Rätsel aber noch nicht vollständig gelöst, denn es hat sich ein weiterer bekannter Habsburger ins Getümmel gestürzt … also viel Vergnügen!

Mit vereinten Kräften haben die Expertinnen und Experten dieses Rätsel gelöst. Neben Franz Joseph hatte sich auch Erzherzog Eugen im Wimmelbild versteckt.

PS: Vielen Dank an Herrn Auer für den Anstoss zu diesem Wimmelbild und an meine Kollegen Tobias Rettenbacher und Martin Glotz für die technische Unterstützung bei der Bildbearbeitung.

Dieser Beitrag hat 19 Kommentare
  1. Herrlich! Anhand dieses sensationellen Neufundes wird man wohl nicht umhinkommen, die Stadtgeschichte maßgeblich umzuschreiben und um diesen wahrhaft historischen Besuch zu ergänzen. Vielen Dank!

    Wo mag nur der 2. Habsburger verborgen sein? Ein schweres Rätsel…..

    Möglicherweise ist es Erzherzog Leopold (* 1586 in Graz; † 1632 in Schwaz), welcher aus gehobener Position auf seinem Reitpferd das Geschehen im Blick hat. Er brachte seinerzeit das Gnadenbild Mariahilf von Dresden über Passau nach Innsbruck.
    Als Sohn von Erzherzog Karl II. war er der Ururgroßonkel von Kaiser Franz Josephs Ururgroßmutter Maria Theresia!

    1. An der Gehsteigkante, dort wo diese ein Eck bildet steht ein dunkel gekleideter Herr mit einer Art ‚ Schiffchen Mütze‘ und schaut nach links . Der Herr unmittelbar rechts daneben könnte Erzherzog Karl, der spätere Kaiser sein.
      Der Leopold hoch zu Roß ist jedoch eine geniale Idee, der ich mich doch eher anschließe.

    2. So gesehen wären es sogar drei Habsburger 😉 Aber der gesuchte Erzherzog ist um ein paar Ecken näher mit Franz Joseph verwandt…

  2. Und wie wird das am 1. April noch überboten? Der zweite Promi steht zwei links vom Kaiser und drei zurück. Sein großer Kopf und dessen auf diesem Bild einzigartige Bedeckung, machen ihn verdächtig. Doch wer das ist? Ich weiß es schlicht nicht, doch da gibt es Kundigere hier – sicher!

    1. Jetzt muss nur noch das Inkognito des Erzherzogs gelüftet werden. So viel sei an dieser Stelle veraten – es ist weder Karl noch sein Sohn Otto …

  3. Dass Kaiser Franz Joseph mit seinem markanten Backenbart lange unerkannt bleiben konnte, wage ich zu bezweifeln, auch wenn er sich als Graf von Hohenems unters Volk mischte. Ich glaube vielmehr, dass Herr Rettenbacher, der ja inzwischen Übung darin hat, prominente Persönlichkeiten in ein Wimmelbild zu schmuggeln, auch hier seine Finger im Spiel hatte. Und, Herr Egger, Hand auf’s Herz: Trug seine Kaiserliche Hoheit hier tatsächlich eine Kaiserjäger-Uniform? Trotzdem: Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut. Es würd‘ mich aber mehr freuen, würd‘ er gesteh’n!

    1. Ich schließe mich der Meinung von Frau Stolz an.
      Am Beginn des rechten Drittel steht ein Herr, dessen Kopf woanders abgenommen, wenn man die Schärfegrade der Details vergleicht, und hierher getauscht wurde.

    2. Sie haben uns auf frischer Tat ertappt, liebe Frau Stolz! Nur für die Kaiserjäger-Uniform des Monarchen verbürge ich mich. Von der Uniform der gesuchen „Kaiserlichen Hoheit“ war freilich nie die Rede 😉 Die Suche geht also weiter …

  4. Eine Reise des Kaisers wurde in den Innsbrucker Nachrichten des Jahres 1894 wie folgt angekündigt:
    „Seine Majestät der Kaiser wird morgen mittags
    auf der Reise von der Riviera nach Wien Inns­-
    bruck passieren. Der Kaiser kommt mit dem um
    12 Uhr 42 Min. aus dem Süden hier eintref­-
    fenden Südbahnzug an und fährt um 1 Uhr
    8 Min. weiter nach München, von wo ohne län­-
    geren Aufenthalt die Weiterreise nach Wien er­-
    folgt. Für Seine Majestät und Gefolge sind zwei
    Salonwägen beigestellt. Der Kaiser fährt bekannt­-
    lich inkognito als Graf von Hohenems.“

    Die öffentliche Vorabankündigung, dass der Kaiser „bekanntlich inkognito“ als Graf von Hohenems reise, führt den Zweck eines Inkognitos amüsanterweise völlig ad absurdum.

    1. Völlig absurd ist die Sache mit dem ‚allseits bekannten Inkognito‘ freilich nicht, denn eine offizielle Reise würde einen ungemein höheren Aufwand bedeuten. In diesem Fall wäre ein offizieller Empfang am Bahnhof mit Musik, Ansprachen etc..zu erwarten. Dem Grafen von Hohenems und dem offiziellen Innsbruck blieb das damit erspart.

      1. Das macht natürlich Sinn, vielen Dank für den Hinweis! Wie ich soeben nachgelesen habe, waren die Reisen im scheinbaren Inkognito als „Graf von Hohenems“ auch die wenigen Gelegenheiten, bei denen der Kaiser keine Uniformen, sondern Zivilkleidung trug.

  5. Antwort mit Außenseiterchancen: Ganz hinten schaut ein für den Maßstab des Bildes baumlanger Herr mit Steirerhut hervor, der mit etwas gutem Willen der Herr Otto von Habsburg sein könnte.

    Mit Schiffchen sind vermutlich die Husarentschakos oder denen ähnliche Kopfbedeckungen) gemeint.

    1. Habs grad gesehen: Das Schiffchen ist der Gala-Beamtenhut an der Ecke in der Mitte und nicht an der Ecke an der Ecke…einfach zuviel Volk auf der Bildfläche.

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