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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
In Richards Müllerversum VII

In Richards Müllerversum VII

Was haben Anna Wanner, Josef Massinger, Nikolaus Heinsch und Eleonore Bachmann gemeinsam? Richtig, über alle vier wurde auf diesem Blog noch nichts erzählt. Ein Bild von Richard Müller aus den frühen 1920er Jahren ist nun der Grund, das zu ändern.

Eleonore Bachmann betrieb hier mit ihrem Mann Alois ab Juli 1923 das Café Ellensohn. Vorher von den NamesgeberInnen und Multi-Gastro-UnternehmerInnen Gebhard und Maria geführt, wird die Übergabe des Cafés nach 17 Jahren – nicht immer an dieser Adresse – inseriert.

In die Zeitung schaffte es das Lokal sonst eher selten, wenn dann waren es Ankündigungen von Gesangsvorträgen (weil vergnügungssteuerpflichtig) oder Nachbetrachtungen von kleineren Gasthausraufereien. Wie lange Alois Bachmann hier werkte ist nicht leicht festzustellen, nach Adressbuchschätzung und Friedhofsrasterfahndung starb er 1928; später wurde an der Adresse Höttingergasse 39 unter anderem das von Karoline und Ernst Langer das Café Südtirol betrieben (etwa von 1929 bis 1934). Ernst Langer *1883 kam eigentlich aus Weipert-Preßnitz in Böhmen, seine Frau Karoline *1895 allerdings aus Neustift in Südtirol.

Einen guten Grund, in der hier besonders steilen und lange unasphaltierten Höttinger Gasse auf ein Tässchen oder Gläschen einzukehren, gab es sicher immer.

Nikolaus Henisch, der auf seinem Geschäftsschild nur als Nik. Platz gefunden hatte, ist von den 1920er bis in die späten 1930er Jahre als Schneider und Kleidermacher in den Adressbüchern genannt. 1882 in Trient geboren war er ab 1919 in Innsbruck heimatzuständig und blieb vermutlich ledig. Am 30.11.1938 starb er und wurde, wie praktisch alle anderen hier genannten Personen, auf dem Pfarrfriedhof Hötting bestattet.

Etwas mehr kann man über den Schuhmacher Josef Massinger erzählen. Die Heimatrolle klärt auf, dass er 1884 in Baden bei Wien zur Welt gekommen war und hier mit seiner 17 Jahre jüngeren Wiener Gattin Therese geb. Miksch und den in Hötting geborenen Kindern Friederica und Erwin lebte. Er starb gerade 54jährig im Jahr 1939 und liegt… siehe oben. Die 1917 geborene Frieda könnte zum vor der Haustür posierenden Jungvolk gehören; die großteils weiblichen Höttinger Gassler:innen sind teils mit Puppen ausgestattet, sonst einfach mit Hauskleid und Schleife im Haar. Der Kleinste sucht in der ganzen Aufregung nach Beruhigung im Nasenloch.

Anna Wanners Geschäft (Papier-und Schriebwarenhandel, ca. 1925 bis 1934) steht ganz links; zur Besitzerin gibt es, auch weil der Name recht häufig ist, keine gesicherten Forschungen. In Seefeld gab und gibt es einige Frauen dieses Namens … vielleicht kann ja Frau Watson-Stolz mehr über Anna Wanner herausfinden.

Rechtsufrig (die Höttingergasse fließt bekanntlich aufwärts) noch das Firmenschild des Michael Kier, der hier (Hausnummer zuerst 11, dann 37, später 20) schon seit etwa 1900 ebenfalls als Schneider werkte. 1855 in Lüsen bei Brixen geboren, starb er 80-jährig in Hötting und liegt einen Block weiter begraben. Die Trafik daneben gehörte seiner vier Jahre älteren Gattin Anna geborene Mair verwitwete Gleinser.

(RM-PL-3847)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

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