Großwaschtag am Land
Unser heutiges Rätselfoto passt zwar nicht ganz zur Jahreszeit, ist aber doch recht gelungen, wie ich finde. An einem spätsommerlichen oder früherbstlichen Waschtag (keine Sorge, ich frag jetzt nicht danach, wie viele verschiedene Wäschestücke Sie zählen können) in den frühen 1960er-Jahren wurde dieser Bauernhof von Josef Wanner aufgenommen. Man kann davon ausgehen, dass die Bäuerin all diese Wäschestücke in mühsamer Handarbeit (am Brunnen vor dem Haus?) gewaschen hat, denn eine Waschmaschine wird man in diesem Bauernhaus wohl (noch) vergebens suchen …
Uns Städtern bietet sich aber ein ländliches Idyll wie aus dem Bilderbuch, vor der Haustüre sonnt sich das Federvieh und sonst tut sich — nichts. Also können wir uns in Ruhe der Frage widmen, wo wir heute gelandet sind. Haben Sie eine Idee?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck)
Ich glaube, wir sind in Thaur
Bitte um Entschuldigung – aber das ist nicht „Großwaschtag“, denn da hängt nur „die kleine Wäsche“, also zum Teil Leibwäsche, sowie Hemden, Küchentücher und dgl.!
Am Großwaschtag wurde die am Vorabend eingeweichte „große“, also die Bettwäsche und Tischwäsche, die am Vorabend eingeweicht worden war, mit Seife (notfalls Bürste bei Flecken) auf der Waschrumpel bearbeitet, bevor man sie „auskochte“ im großen (Kupfer-)Kessel und über Nacht auskühlen ließ –
– bevor man sie am nächsten Tag frühmorgens im klaren Wasser , damit sie im Winde lustig flattern konnte, mehrmals schwemmte und aufhängte.
Bei einer größeren Familie gabs aber natürlich zu Wochenbeginn viel „kleine Wäsche“ nach dem Wäschewechsel am Sonntagmorgen zu waschen und aufzuhängen. Sooo gut gefüllt waren die (Leib-)Wäscheschubladen damals noch nicht…
Na so a praktischer Balkon ! I lass ma des daheim jetzt auch machen. Dann brauch i mi nimmer bucken und die Wäsch am kloanen Wäscheständer aufhängen. I hab´s ja so mitn Kchrrreitz !!!
Wird auf Grund der „Nähe“ der „Taurer Bergmahder“ im Hintergrund der Thaurer Schloßhof sein am Weg vom Romedikirchl zum Rechenhof